Flächen-Kooperationsprojekt Tiere und Pflanzen in Melle als Gewinner

Lokaltermin mit Ziege und Schaf: Thilo Richter (rechts) und Klaus Lichy (links) vom Umweltbüro ließen sich von Kai Behncke (2.von rechts) und Klaus Wachsmuth vom Gnadenhof Brödel über den Sachstand informieren. Foto: Stadtverwaltung MelleLokaltermin mit Ziege und Schaf: Thilo Richter (rechts) und Klaus Lichy (links) vom Umweltbüro ließen sich von Kai Behncke (2.von rechts) und Klaus Wachsmuth vom Gnadenhof Brödel über den Sachstand informieren. Foto: Stadtverwaltung Melle

Oldendorf . Auf einer Kompensationsfläche im Meller Stadtteil Oldendorf beginnen das städtische Umweltbüro und der vereinsgeführte Gnadenhof Brödel ein gemeinsames Naturschutzprojekt.

Verschiedene Schafe und Ziegen, unter Umständen kurzfristig auch zwei Ponys, werden das etwa 1700 Quadratmeter große Areal mehrfach im Jahr durch eine Stoßbeweidung pflegen. 

Diese Form der Beweidung sorgt für einen Schutz und eine Entwicklung standortabhängiger Pflanzen und Tiere. Zudem entwickeln sich hilfreiche Mikrostukturen, welche Belange des Natur- und Artenschutzes fördern und unterstützen.

Die Folge: Die Stadt Melle spart mit dieser Maßnahme Kosten für ansonsten durchzuführende Pflegemaßnahmen, der Gnadenhof Brödel kann die Fläche kostenlos nutzen und somit Futterkosten einsparen.

„Durch die Stoßbeweidung entstehen wertvolle Kleinstrukturen“, sagte der Leiter des Umweltbüros der Stadt Melle, Thilo Richter. Der Verbiss der Tiere sorge beispielsweise dafür, dass Offenstellen im Boden geschaffen werden, welche eine wertvolle Nisthilfe für Insekten darstellen. Mittelfristig würden dem Areal zudem Nährstoffe entzogen, wodurch sich ganz natürlich verschiedene Wildblumen ansiedeln könnten.

Vereinsgeschäftsführer Kai Behncke ergänzte: „Die Stoßbeweidung ist eine kurzfristige intensive Beweidung mit einer hohen Besatzdichte. Sie kommt in ihrer Wirkung auf den Pflanzenbestand einer Mahd nahe, die aber Amphibien und Insekten schont. Eine Mahd ist stets mit hohen Tierverlusten verbunden, eine Beweidung hingegen in wesentlich geringerem Maße. Auch für die Gesundheit unserer Gnadenhoftiere ist eine Beweidung einer frischen Fläche förderlich.

Damit die Fläche nicht durch Nährstoffe angereichert wird sollten die „Hinterlassenschaften“ der Tiere während der Weidezeit regelmäßig abgetragen werden (Pferdehalter werden das für eine Weidehygiene wichtige „Abäppeln“ kennen). Gleichzeitig wiederum dient der kurzfristige Dung der Tiere verschiedenen Insekten auch als Nahrungsgrundlage. So wurde ermittelt, dass durch eine Weidenutzung beispielsweise ein Anstieg von Fledermausarten verzeichnet werden kann, welcher mit sogenannten „koprophagen“ Insekten in Verbindung gebracht wird.

Von der Beweidung profitieren insbesondere Wildbienen, Heuschrecken und Tagfalterarten. Beweidete Sandrasen sind zudem deutlich blütenreicher als unbeweidete Flächen, sodass auch das natürliche Blütenangebot für viele Insekten wächst. 


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