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17.05.2019, 16:04 Uhr KOMMENTAR

Sozialer Wohnungsbau ist immer noch Aufgabe der WBG in Melle

Ein Kommentar von Kirsten Muck


Foto: Bernd von Jutrczenka/dpaFoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Melle. Die Wohnungsnot macht erfinderisch: Um Mitarbeiter anzuwerben und zu halten, werden Arbeitgeber nun auch zu Vermietern. Der soziale Wohnungsbau ist zwar Aufgabe der städtischen Wohnungsbaugesellschaften. Aber alleine können sie das Problem auch nicht lösen, meint unsere Kommentatorin.

Nach dem Krieg stampften große Konzerne Tausende von Wohnungen für Angestellte aus dem Boden. Jahrzehntelang betrachteten Firmenchefs die Investitionen in Wohnraum als Investitionen in ihre Belegschaft. Diese Zeiten kehren sicherlich nicht zurück. Doch die Not vieler Angestellter, keine geeignete und bezahlbare Wohnung zu finden, zwingt auch Unternehmer, sich abseits des Firmengeländes um die Menschen zu kümmern. Auch wenn 16 Wohnungen, wie im Fall des Meller Unternehmers Frank Niemann, das grundsätzliche Problem mit der Wohnungsnot nicht lösen, sind sie immerhin ein Anfang. Vereinzelt werden weitere Firmenchefs dem guten Beispiel folgen. Dieses Engagement befreit die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) zwar nicht von der Pflicht, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das ist ihre eigentliche Aufgabe. Es verschafft ihr aber Zeit, um bereits begonnene Projekte zügig umzusetzen.


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