Von Melle nach Malta und Barcelona BBS-Schüler aus Melle sehen Erasmus-Stipendium als Chance

Von Marita Kammeier

Europässe erhalten die Auslandspraktikanten der BBS vom Europaabgeordneten Jens Gieseke und Neide Pedro, Gesellschaft für Europabildung, Berlin. Foto: Marita KammeierEuropässe erhalten die Auslandspraktikanten der BBS vom Europaabgeordneten Jens Gieseke und Neide Pedro, Gesellschaft für Europabildung, Berlin. Foto: Marita Kammeier

Melle. "Raus aus der Komfortzone, Leute aus anderen Ländern kennenlernen und neue Herausforderungen meistern." So beschrieben Saskia Rode und Pascal Tiemann ihre Erfahrungen beim Auslandspraktikum in Barcelona und Welwyn Garden City/Nähe London. Die Präsentationen und Vorführungen begeisterten Gäste wie den Europaabgeordneten Jens Gieseke.

Das Auslandspraktikum, seit sechs Jahren eine beliebte Tradition an der BBS, hat die Schüler für Europa sensibilisiert und entscheidend für ihre Zukunft beeinflusst. Das berichteten sie am Europatag mit großer Begeisterung und vollem Arbeitseinsatz ihren Mitschülern, Lehrern und Gästen. Charmant führte das Moderatorenteam Fabienne Finster und Fabian Beermann durch das Programm.

 "Wie lebt und arbeitet man in einer Weltstadt mit 8,3 Millionen Einwohnern?" Das wollte Nico Worbs wissen, der an der Londoner Sprachschule Malvern House in der Verwaltung arbeitete. "Wo Bedarf war, durfte ich reinschnuppern." Sein Aufgabenbereich reichte vom Telefondienst bis zum Verschicken von Infobroschüren an den Live-Chat und IT-Projekten.

"Wenn du fertig bist, schau dir London an." Das selbstständige Arbeiten mit flexiblen Zeiten gefiel Nico ebenso gut wie die Höflichkeit der Briten. Eine besondere Herausforderung sei jedoch das Verstehen der vielen unterschiedlichen Akzente gewesen. "Die Londoner sind nicht so fixiert auf ihre Arbeit wie bei uns." Es sei normal, nur ein bis zwei Jahre in einem Betrieb zu arbeiten.

Die gute Teamarbeit an der Londoner Highgate Primary School mit 440 Kindern lobte Vivien Gies. Die Fachschülerin Sozialpädagogik lernte am ersten Tag den Therapiehund kennen und durfte den Unterricht vorbereiten und mitgestalten.

Tapas und Tortilla am Sevillastand präsentieren Michelle Naffin und Nina Keller. Foto: Marita Kammeier


Die größte Gruppe der Auslandspraktikanten hospitierte auf Malta. Von der Wiener Küche mit Nockerln und Palatschinken schwärmte SelinTosun, die kleine Gruppen im SOS-Kinderdorf im 22. Bezirk betreute. Zahlreiche Praktikanten, wie Matthias Wünning, arbeiteten an Förderschulen im Bereich Inklusion.

To Than Nguyen, genannt Tooti, schwärmte von ihrer erlebnisreichen Zeit an einer kleinen Schule in Leeuwarden/Provinz Friesland und hatte zur Unterstützung den Niederländer Ritske Merkus mitgebracht. "Mein Praktikum stand auf der Kippe, als der Brexit feststand", berichtete Pascal Tiemann, der Industriekaufmann lernt und wie viele seiner Mitschüler ein Erasmus-Stipendium erhielt. Darüber hinaus finanzierte sein Unternehmen Flug und Unterkunft.

Europässe für Praktikanten

Die Gäste des Europatages sparten nicht mit Applaus für die professionell gestalteten Präsentationen. Anschließend verteilten der Europaabgeordnete Jens Gieseke und Neide Pedro von der Gesellschaft für Europabildung aus Berlin die Europässe an die Auslandspraktikanten.

"Lasst uns Europa weiterentwickeln und noch mehr jungen Leute eine Chance geben mit dem Erasmus-Studium." Das vehemente Statement von Jens Gieseke unterstützte auch Michael Steinkamp vom Europabüro des Landkreises Osnabrück.

"Kämpft für ein freies Europa", motivierte Martina Otto-Schindler, die Leitende Regierungsschuldirektorin und forderte Respekt für Schüler.

Ein lebendiges, vielfältiges Programm unterhielt die Gäste mit der englischsprachigen Robin Hood-Aufführung der IGS-Europaklasse. Berührende Momente gab es bei der Europahymne, gespielt von der "Big Band iChamps" unter der Leitung von David Höing. Zugaben forderte das Publikum von den begnadeten Sängerinnen Mia Unnasch, Anna Möllering und Tessa Preckwinkel.

"Robin Hood in Aktion:Beeindruckende Aufführung der IGS-Europaklasse. Foto: Marita Kammeier


"Eat, meet an greet" hieß es an den Ständen der Praktikanten, die kulinarische Köstlichkeiten aus ihrem Gastland präsentierten. Organisatorin Sabine Preuss zeigte sich ebenso zufrieden mit dem Europatag wie Schulleiter Hermann Krüssel, der betonte: "Wir müssen in jeder Generation Frieden und Demokratie neu erfinden."


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