Sozialausschuss berät über Antrag Melle möchte mobile Toiletten mieten

Eine mobile Toilette, die auch von Menschen mit Handicap genutzt werden kann, wird nach wie vor in Melle vermisst. Symbolfoto: dpaEine mobile Toilette, die auch von Menschen mit Handicap genutzt werden kann, wird nach wie vor in Melle vermisst. Symbolfoto: dpa

Melle. Der Mangel an einer mobilen Toilettenanlage in Melle beschäftigte einmal mehr den Sozialausschuss. Jetzt ist eine Lösung in Sicht: Die Verwaltung wird die Konditionen für eine Anmietung prüfen.

"Das Thema muss erledigt werden", brachte Ausschussvorsitzender Heiko Grube (CDU) das Thema in zweideutiger Weise auf den Punkt. Bereits mehrfach hatte der Sozialverband auf die fehlende Sanitäranlage in der Stadt aufmerksam gemacht und entsprechend Anträge an die Stadt gestellt, diesen Mangel zu beseitigen, bislang ohne Erfolg.

Berechtigte Kritik

Diesen Faden nahm die SPD-Fraktion auf, um ihrerseits einen Antrag zur Aufstellung barriererfreier Toiletten bei Veranstaltungen in Melle zu stellen: "Der Antrag des SoVD zeigt eine berechtigte Kritik und Mängel bei der sanitären Ausstattung auf", heißt es in dem von Wilhelm Hunting und Jutta Dettmann unterzeichneten Antrag.

So soll es im Sinne der Teilhabe aller in der Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit sei, dass es bei Veranstaltungen für alle Teilnehmer die Möglichkeit geben müsse, dem Grundbedürfnis des Toilettengangs nachzukommen: "Es darf nicht sein, dass die Überlegung über die Teilnahme an einer Veranstaltung davon abhängt, ob eine barrierefreie Toilette vorhanden ist. Dies schließt viele Menschen ansonsten vom gesellschaftlichen Leben aus", stellt die SPD-Stadtratsfraktion fest.

Die Stadt müsse mit gutem Beispiel vorangehen. Sie könne durch den Einsatz bei ihren Veranstaltungen ein Zeichen setzen und Motivation für andere sein, lautet es in dem Antrag weiter.

Komplexes Thema

"Wir wollen, dass das Problem gelöst wird und Menschen mit Handicap bei Veranstaltungen einen Zugang zu sanitären Anlagen haben", äußerte sich Heiko Grube. Dieses scheinbar einfache Thema berge allerdings eine Komplexität in sich. So müsse geklärt werden, ob ein Kauf oder eine Anmietung sinnvoller ist, wie viele Veranstaltungen überhaupt infrage kommen und wer für den An- und Abtransport sowie für die Reinigung zuständig ist: "Es gibt noch viele Detailfragen zu klären, um eine pragmatische Lösung zu finden", meinte Heiko Grube.

"Die Angelegenheit ist nicht über Geld zu regeln, sondern wichtig ist es, dass die betroffenen Menschen zu allen Veranstaltungen hingehen können, ohne befürchten zu müssen, dass keine Toilette bereitsteht. Die Leute müssen versorgt werden", ergänzte der Ausschussvorsitzende.

Der Ausschuss einigte sich darauf, dass die Verwaltung weitere Details prüfen möge, ehe der Ausschuss erneut berät: "Wichtig ist, dass das Thema jetzt umgesetzt wird. Dafür ist der Startschuss gefallen", meinte Heiko Grube.

 


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