Ganze Familien für Bienen im Einsatz Mitarbeiter der Firma Spies in Melle säen große Blühwiese

Mit Eifer und Freude machten auch Dana, Fietje und Zoe (vorne von links) gemeinsam mit ihren Eltern beim Aussäen einer Wildblumenwiese mit. Foto: Norbert WiegandMit Eifer und Freude machten auch Dana, Fietje und Zoe (vorne von links) gemeinsam mit ihren Eltern beim Aussäen einer Wildblumenwiese mit. Foto: Norbert Wiegand

Melle. 85 Spies-Mitarbeiter und deren Familien waren am Samstag im Einsatz, um in eine 3000 Quadtratmeter große Fläche zwischen dem neuen Hochregallager und der Autobahn eine regionale Blühwiesenmischung einzusäen.

„So viele aktive Helfer beim Säen einer Bienenweide habe ich noch nie gesehen, das ist ein neuer Rekord“, freute sich Kai Behncke, Initiator und Motor für einen „Blumigen Landkreis Osnabrück“, über das nächste große Blumenwiesenprojekt. 60 Erwachsene und 25 eifrige Kinder zählte Freya Pelsis, die als Assistenz der Geschäftsführung für die Organisation der Aktion verantwortlich war: „Wir freuen uns schon darauf, die artenreiche Wildblumenwiese in diesem Sommer wachsen zu sehen.“

Zunächst schwärmten alle Teilnehmer der Aktion mit ihren Töpfchen aus, um die Samen einigermaßen gleichmäßig zu verteilen. Anschließend stellten sie sich in einer langen Reihe auf, um die Samen auf dem lehmigen Boden Fußlänge für Fußlänge etwas fest zu stampfen. Nach der Sä-Aktion wurden auch Lebensmittel in Bio-Qualität für die Helfer angeboten sowie etwas Saatgut zum Mitnehmen für den heimischen Garten oder Balkon.

Eine lange Reihe bildeten die Spies-Mitarbeiter und ihre Familien, um die ausgesäten Samen auf den 3000 Quadratmetern Fußlänge für Fußlänge fest zu stampfen. Foto: Norbert Wiegand


„Hier entsteht eine der größten Blühflächen im Landkreis, die ein Refugium für Insekten werden soll und eine Vielzahl von Folgenutzern, wie Vögel und Kleinsäuger, anlockt,“ erklärte Freya Pelsis. „Die Region ist uns sehr wichtig, mit der von uns nicht genutzten Fläche leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt“, betonte der geschäftsführende Gesellschafter Christof Spies.

Artensterben stoppen

„Diese Blühwiese integriert sich in ein Netzwerk von Blühbereichen, das in Melle kontinuierlich ausgebaut wird“, erläuterte Kai Behncke. Der Geschäftsführer der gUG Umweltschutz und Lebenshilfe richtete einen „großen Dank“ an das Unternehemen Spies: „Durch eine hohe Spende und den eigenen aktiven Beitrag auf dem Firmengelände hilft das Unternehmen, dem Artensterben die Stirn zu bieten.“ So könne im Blumenwiesen-Korridor von Hagen nach Melle eine Vernetzungslücke geschlossen werden. Wegen der geringen Flugradien von Wildbienen ermögliche nur eine gute Vernetzung einen Regionen übergreifenden genetischen Austausch, der für die Arterhaltung elementar wichtig ist.

Platz eins in der Blühwiesenliga

Kai Behncke wies darauf hin, dass Melle angesichts der guten Zusammenarbeit vieler Akteure zwar auf dem ersten Platz der „Blühwiesenliga“ steht, aber auch noch viel Potenzial für mehr Blühflächen hat. In einem Ausblick kündigte er ein Pilotprojekt mit Landwirten an, die für Insektenschutz finanziell unterstützt werden. Behncke: „Es ist wichtig, dass wir als Gesellschaft auch die Landwirtschaft fördern und beispielsweise höhere Preise für ökologisch produzierte Lebensmittel akzeptieren. Um die Probleme des Artenschutzes zu lösen, besitzen Bäuerinnen und Bauern eine herausragende Schlüsselposition. Dafür verdienen sie unser aller Unterstützung - insbesondere auch finanziell.“


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