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29.04.2019, 18:06 Uhr KOMMENTAR

Verantwortungsbewusst mit Medikamenten umgehen

Ein Kommentar von Kirsten Muck


Foto: Friso Gentsch/dpaFoto: Friso Gentsch/dpa
Friso Gentsch/dpa

Melle. Wohin nur mit den halb vollen Nasenspraydosen, den angebrochenen, aber nicht aufgebrauchten Antibiotika-Packungen und den vertrockneten Salben? Die Antwort auf diese Frage verwundert nicht nur die Kommentatorin. Medikamente dürfen nämlich im Hausmüll entsorgt werden.

Hohe Nitratwerte im Grundwasser erhitzen seit Monaten die Gemüter. Dabei ist das Nitrat längst nicht das einzige Problem. Pflanzenschutzmittel und Rückstände von Arzneimitteln aus der Tier- und Humanmedizin gelangen ebenfalls ins Grundwasser. 

Deshalb sollten abgelaufene Medikamente auf gar keinen Fall in der Toilette oder im Abfluss entsorgt werden. Dass es in Deutschland nach wie vor erlaubt ist, Medikamente, auch Antibiotika, im Hausmüll zu entsorgen, verwundert schon. Diese werden dann verbrannt. Eine bessere Idee ist dem Gesetzgeber offensichtlich noch nicht eingefallen.

Dabei wäre ein Recyclingsystem für Medikamente durchaus eine Überlegung wert. Denn insgesamt werden viel zu viele Medikamente, auch solche, die noch haltbar sind, weggeschmissen. In Deutschland verbrauchen 20- bis unter 25-Jährige laut einer Arzneimittelstudie 80 Tagesdosen an Medikamenten pro Jahr. 80- bis 84-Jährige hingegen nehmen mit 1.669 Tagesdosen pro Kopf jährlich in etwa das 20-fache zu sich. Der Verbrauch ist hoch und nicht immer gehen Patienten mit Medikamenten verantwortungsbewusst um.


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