Forderung nach Zentral-Klärwerk Doch zunächst keine Klärschlamm-Verbrennung in Melle

In einem offenen Behälter wird Klärschlamm in Melle-Mitte gelagert. Foto: Christian LangIn einem offenen Behälter wird Klärschlamm in Melle-Mitte gelagert. Foto: Christian Lang

Melle. Die Pläne des Unternehmers Walter Huning, am Gelände seiner Biogas-Anlage in Drantum eine kompakte Klärschlamm-Verbrennungsanlage zu errichten, sind vom Tisch. Das bestätigte Huning jetzt auf Anfrage unserer Redaktion, nachdem er Lokalpolitiker der Grünen über die neue Entwicklung informiert hatte.

Huning begründet die Aufgabe seiner Pläne mit der aus seiner Sicht momentan völlig unzureichenden Behandlung von Klärschlamm aus den sechs Kläranlagen im Stadtgebiet. „Im Zuge unserer Planungen haben wir die Gesamtsituation in der Stadt unter die Lupe genommen“, sagte der Unternehmer. Dabei sei festgestellt worden, dass alle sechs Anlagen mit ihren Reinigungsstufen am Ende angelangt seien. „Was Melle fehlt, ist eine Vision, wie sie mit einer modernen zentralen Kläranlage die Zukunft bewältigen kann.“

Huning schwebt als Standort für ein zentrales Klärwerk ein Gelände in Nähe der Autobahn-Raststätte Grönegau vor. Das neue Klärwerk mit Faulturm soll nach seinen Vorstellungen technisch so ausgelegt sein, dass es für rund 30 Jahre den Anforderungen entspricht. Im Gegenzug könnten dann die anderen kleinen Klärwerke in den Stadtteilen außer Betrieb genommen werden.

„Stattdessen wird hier an Symptomen rumgedoktert und Klärschlamm fröhlich spazieren gefahren“, kritisierte Huning. Er habe vor dem Hintergrund der hohen Kompetenz zu diesem Thema in seiner Unternehmens-Gruppe Stadtbaurat Holger Clodius vorgeschlagen, sich die jetzige Ist-Situation mal genau anzuschauen und darzustellen. Er könne der Stadt auch Fachleute aus anderen Kommunen und Verbänden vermitteln.

Erst wenn es eine große zentrale Kläranlage an einem guten und ausbaufähigen Stadort gebe, mache es Sinn, dort dann eine Verbrennungsanlage für Klärschlamm zu errichten. Mit den unterschiedlichen Klärschlämmen aus sechs Anlagen sei ein geordneter Betrieb einer solchen Verbrennungsanlage nämlich kaum möglich. Huning verwies auf gesetzliche Vorgaben, wonach Klärschlamm aus unterschiedlichen Anlagen getrennt zu behandeln sei.

„Melle braucht Fachplaner, die ein zukunftsorientiertes Konzept entwickeln, und eine Stadt, die es umsetzt“, forderte Huning. Dann würde er eine kleine Verbrennungsanlage bauen. Auf die Frage, ob die 4500 Tonnen aus Melle dafür ausreichen, brachte Huning den Schlamm aus Bünde ins Spiel. 


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