Selbstgemachtes zum Genießen Erster Mahl- und Backtag in diesem Jahr an der Westhoyeler Mühle

Von Conny Rutsch

Besucher bestaunen den Werdegang eines Weidenkorbes, den Friedhelm Tewes (rechts) aus Detmold flicht. Foto: Conny RutschBesucher bestaunen den Werdegang eines Weidenkorbes, den Friedhelm Tewes (rechts) aus Detmold flicht. Foto: Conny Rutsch
Conny Rutsch

Riemsloh. Die Butterflocken sind es, die den Platenkuchen so lecker machen. Bäckermeister Frank Kihl streut großzügig noch Zucker darüber, dann geht das riesige Blech in den schon seit Stunden vorgeheizten Ofen. Und nun ist klar: Die Butterkuchen- und Brotsaison an der Westhoyeler Mühle wurde am Sonntag eröffnet.

Regen? Wind? Niemand redet an diesem besonderen Ort vom Wetter. Es gibt schließlich die passende Kleidung oder Regenschirme. Also: gegen Mittag wurde die Schlange der parkenden Autos an den Ackerrändern richtig lang. Sonntag – Couchtag? Mitnichten, die eingefleischten Fans der Westhoyeler Windmühle genossen den ersten Mahl- und Backtag ausgiebig und konnten leere Speisekammern mit selbstgemachten Leckereien auffüllen, mit süßen Brotaufstrichen von Jutta Payne oder dem Bienenhof Hellmann.

„Oje, ich hab meine Messer vergessen“, seufzte eine Besucherin des kleinen Marktes. Messerschleifer Dieter Krawert aus Bad Oeynhausen hatte für sie aber gleich seine nächsten Markttagtermine parat. Dass Messerschärfen mit Wetzstahl oder nassem Stein gar nicht so einfach ist, erklärte er immer wieder gerne. „Der Winkel, in dem das Messer zum Schleifen gesetzt wird, muss stimmen“, sagte er.

Beim Messerschleifen muss der richtige Winkel stimmen: Dieter Krawert aus Bad Oeynhausen zeigt, wie es geht. Foto: Conny Rutsch


An den Pavillons, unter denen Holzarbeiten, Genähtes und Schmuck angeboten wurden, zog die wetterfesten Kunden ebenso an wie der Korbflechter Friedhelm Tewes aus Detmold. Geduldig erklärte er, wie alt die Ruten sein müssen, damit sie gut in Form gebracht werden können, aber nicht zerbrechen.

Lieblinge der Mühlenfans

Dass aber der Butterkuchen sowie das Brot zweifelsfrei konkurrenzlose Lieblinge der Mühlenfans sind, erzählt Hedda Oberschmidt vom Mühlenverein: „Ein Kunde kam mit einer großen Schüssel, um den Platenkuchen nach Hause zu holen. Er habe schließlich ein halbes Jahr darauf gewartet.“ Frank Kihl und sechs Kollegen und Mitarbeiter kümmern sich auch in dieser Saison darum, dass niemand lange auf den frischen Kuchen warten muss.

Viel nachgefragt: Den Butterkuchen kurz vor dem Einschub in den Backofen präsentieren Hedda Oberschmidt und Bäckermeister Frank Kihl. Foto: Conny Rutsch


Die Mitglieder des Mühlenvereins freuen sich auf die neue Saison und haben die Hoyeler Mühle nach dem Winter auf Hochglanz gebracht. Sturmschäden werden nicht beklagt. Nun warten alle auf gutes Wetter, damit die Ausflügler mit Rad, Auto oder zu Fuß die besondere Atmosphäre an der Windmühle genießen.

Mahl- und Backtage finden immer am vierten Sonntag im Monat statt. „Die Ausnahme ist in diesem Jahr an Pfingsten“, erklärt Hedda Oberschmidt. Dann nimmt die Mühle am Deutschen Mühlentag teil und öffnet am 2. Pfingstfeiertag.

Der nächste frische Platenkuchen kommt am 26. Mai aus dem Mühlenofen.

Mit Regenschirmen und wetterfester Kleidung trotzten die Besucher dem widrigen Wetter beim 1. Mahl- und Backtag an der Hoyeler Mühle. Foto: Conny Rutsch



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