Ältestes Auto ein Buick Roadster Altehrwürdige Automobile locken Schaulustige in Melle an

Ein Meter vor dem Hindernis soll der Jaguar zum Stillstand kommen: Jeden Zentimeter Abweichung verbucht der Sonderprüfer als Minuspunkt für den Oldtimer-Fahrer.  Fotos: Norbert WiegandEin Meter vor dem Hindernis soll der Jaguar zum Stillstand kommen: Jeden Zentimeter Abweichung verbucht der Sonderprüfer als Minuspunkt für den Oldtimer-Fahrer. Fotos: Norbert Wiegand

Riemsloh. Die traditionelle Weserberglandfahrt des Motor-Clubs Rinteln, eine der größten und bekanntesten Oldtimer-Rundfahrten im gesamten norddeutschen Raum, führte am Sonntag auch mehrere Stunden lang durch das Gebiet der Flächenstadt Melle.

Nachdem die Automobile und Motorräder Rattinghausen, Meesdorf, Buer und Oldendorf passiert hatten, legten die 128 altehrwürdigen Fahrzeuge eine Mittags-Pause vor dem Meller Hotel Van der Valk ein. Anschließend ging es zum Parkplatz des Riemsloher Einkaufsmarktes Jibi, wo eine Sonderprüfung auf dem Programm stand.

Die dortige Aufgabe war es, möglichst genau einen Meter an eine Markierung heranzufahren. Jeder Zentimeter mehr oder weniger wurde von den Sonderprüfern als Minuspunkt verbucht. Die meisten Teilnehmer handelten sich an dieser Stelle zwischen zehn und 25 Minuspunkte ein. Zu den besten zählte Friedel Valdorf, der sein Motorrad-Gespann 104 Zentimeter vor dem Hindernis zum Stillstand brachte. „Das ist meine 23. Teilnahme an der 23. Weserberglandfahrt“, rief der 80-Jährige, bevor er seine Rückfahrt in Richtung Rinteln fortsetzte.

Freude an historischen Marken

Das älteste Fahrzeug an der Prüfstelle war ein Buick Roadster von 1925, der von den dort versammelten Schaulustigen bewundert wurde. Die zuschauenden Oldtimer-Freunde hatten aber auch ihre Freude an den anderen historischen Marken – vom Volvo über den VW-Käfer bis zum Jaguar. „Zu der touristischen Ausfahrt zugelassen sind alle zwei-, drei- und vierrädrigen Oldtimer bis zum Baujahr 1975, aber keine Lkw“, erklärte Sonderprüfer Frederik Barner.

Einen alten Bekannten begrüßen Frederik Barner (links) und Meik Bormann bei der Sonderprüfung: Motorradfahrer Friedel Valdorf (80) ist seit 23 Jahren jedes Jahr wieder dabei. Foto: Norbert Wiegand


Auf dem 150 Kilometer langen Rundkurs mit Start und Ziel in Rinteln mussten die Fahrer mehrere Prüfungen bestehen. Dazu gehörte das Zurücklegen einer Teilstrecke in einer vorgegebenen Zeit, die Messung erfolgte mit Lichtschranken. Auch das Beantworten von Automobil-Fragen und eine Chinesen-Rallye zählten zu den Aufgaben. Die Wertung erfolgte in neun Klassen, die nach dem Alter der Fahrzeuge gestaffelt waren, Motorräder fuhren dabei in einer eigenen Klasse. Die Einhaltung des Streckenführungsplanes wurde durch Kontrollpunkte überwacht. Sieger wurden die Fahrer mit den wenigsten Minuspunkten.

Die Teilnehmer kamen aus einem großen Umkreis, dabei war die Region Kassel ebenso vertreten wie das Osnabrücker und Hannoveraner Umland. „Leider mussten wir einigen Interessenten absagen“, erklärte Meik Bormann, 1. Vorsitzender des MC Rinteln im ADAC. Denn die Logistik mit Streckenkontrollen, Orientierungspunkten und Prüfungen setzt den Organisatoren Grenzen bei der maximalen Teilnehmerzahl. Deshalb empfiehlt Bormann Interessenten für die nächste Ausfahrt dringend eine frühzeitige Anmeldung.


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