Fachausschuss diskutiert Zehn Prozent weniger Nutzer in der Stadtbibliothek Melle

Bibliothekarin Ulrike Koop leitet die Stadtbibliothek in Melle. Archivfoto: Simone GraweBibliothekarin Ulrike Koop leitet die Stadtbibliothek in Melle. Archivfoto: Simone Grawe
Simone Grawe

Melle. Diese Zahl ließ die Mitglieder im Ausschuss für Kultur, Tourismus und Stadtmarketing aufhören: Die Zahl der aktiven Nutzer in der Stadtbibliothek ist um zehn Prozent zurückgegangen.

Es war eigentlich nur eine Randnotiz, die in der jüngsten Ausschusssitzung für Diskussion sorgte. Hauptamtsleiterin Sandra Wiesemann legte den Controllingsbericht für den Fachbereich vor. Darin war zu lesen, dass die Einnahmen gegenüber der Planung mit gut 4600 Euro leicht gestiegen sind, auf der anderen Seite die Zahl der Nutzer jedoch um zehn Prozent gesunken ist. Um die Attraktivität der Stadtbibliothek zu verbessern, unter anderem durch ein aktuelles und vielfältiges Angebot sowie Veranstaltungen, ist im Stellenplan eine neue Stelle vorgesehen. 

Neue feste Stelle

Die Einstellung dieser fest angestellten Mitarbeiterin hat der Ausschuss einhellig begrüßt. Deren Mitglieder lobten zudem das engagierte und zielorientierte Arbeiten von Leiterin Ulrike Koop.

Bedenklich stimmte jedoch der massive Rückgang der aktiven Nutzer: "Nur geringe Abweichungen bei den Einnahmen, aber zehn Prozent weniger Besucher gegenüber dem Vorjahr. Womit ist das begründet"? fragte Alfred Reehuis. Der Sprecher der Grünen zeigte sich gleichwohl überzeugt, dass diejenigen, die in die Bibliothek kommen, auch von ihrem Konzept überzeugt seien. Er regte an, alsbald mit der Leitung ein Gespräch über die Weiterentwicklung zu führen.

Stätte der Begegnung

"Das Nutzerverhalten ändert sich", stellte Herla Wendelin-Feindt fest. War die Bibliothek früher ein Ort der Ruhe, so werde sie heute vielfach als Stätte der Begegnung gesehen und für vielfältige Veranstaltungen genutzt: "Ulrike Koop macht das hervorragend", äußerte sich die CDU-Sprecherin mit Blick auf die Frühförderung, Kino und Kaffeenachmittage: "Es ist gut, dass die zusätzliche feste Stelle geschaffen wird, um diesen Leuchtturm aufrecht zu erhalten", betonte Wendelin-Feindt.

Andreas Dreier trug vor, dass sich der Anteil der elektronischen Medien bei der Ausleihe auf 25 Prozent gesteigert habe: "Im Vergleich zu anderen Bibliotheken nimmt Melle einen Spitzenplatz ein", erklärte der Erste Stadtrat. Die Bibliothek bewege sich mit ihrem Angebot auf einem hohen Niveau, und die Mitarbeiter seien bestrebt, dieses hohe Niveau zu erhalten: "Fest angestelltes Personal spielt dabei eine wichtige Rolle, und wir sind froh, dass wir diese kompetente Leitung haben", untermauerte Dreier.

Nicht auf den Cent schauen

Diesem Lob schloss sich Silke Meier (Grüne) gern an. Controllingberichte seien zwar wichtig, aber bei einer Einrichtung wie der Bibliothek, die allen Bürgern offen steht, sollte man nicht auf Euro und Cent schauen.

Diesen Faden nahm Gerda Hövel auf: "Zahlen sind wichtig, aber was sagen sie wirklich aus?" meinte die CDU-Sprecherin. Sie regte ebenfalls ein Gespräch mit der Leitung, um sich über die Entwicklung des Nutzerverhaltens ein Bild zu machen.

Weiterhin Unterstützung

In diesem Zusammenhang müsse grundsätzlich die Frage gestellt werden, wie es mit den Büchern weitergeht, fügte Heiko Grube (CDU) hinzu. Er würdigte das gute Konzept der Bibliothek und die Arbeit des motivierten Teams: "Wir müssen nicht beunruhigt sein", lautete sein Fazit.

"Bibliothek und Leitung werden nur positiv gesehen", stellte Ausschussvorsitzender Christian Terbeck fest. Er sicherte der Bibliothek auch weiterhin die Unterstützung zu.


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