„Stimmung ist allgemein schlecht“ Ortsfeuerwehr Oldendorf bemängelt Austausch mit der Stadt

Wünscht sich mit der Verwaltung einen „Austausch auf Augenhöhe“: Ortsbrandmeister Stefan Dierker.

Foto: Christina WiesmannWünscht sich mit der Verwaltung einen „Austausch auf Augenhöhe“: Ortsbrandmeister Stefan Dierker. Foto: Christina Wiesmann

Oldendorf. Ende April kann der Umzug der Ortsfeuerwehr in den neuen Anbau erfolgen, wie Oldendorfs Ortsbürgermeisterin Karin Kattner-Tschorn in der Sitzung des Ortsrates angab. „Das haut definitiv nicht hin“, sagt dagegen Ortsbrandmeister Stefan Dierker.

Wie Dierker betont, gibt es – unter anderem – ein Problem mit den Spinden. Die sollen, wenn alles nach Plan läuft, am 26. April dem Spediteur übergeben werden. In Oldendorf erwartet man die 40 Schrankabteile etwa zwei Wochen später. „Ohne Spinde kein Umzug, das ist für uns klar“, sagt Stefan Dierker. Dass die Außenanlagen bis zum 10. Mai fertig sein sollen, bezweifelt er ebenso. „Ich sehe das nicht, dass es klappt.“  

18 Alarmparkplätze

Laut Vorschrift der Feuerwehrunfallkasse muss die Wehr 18 Alarmparkplätze vorhalten – fertig sind die aber noch nicht. Und die Lage vor Ort wird sich mit der Öffnung des Freibades in direkter Nachbarschaft wahrscheinlich noch zuspitzen. „Dann wird hier kreuz und quer geparkt, zusätzlich zu den ganzen Baufahrzeugen“, sagt Stefan Dierker und verweist auf das ohnehin schon winzige Areal vor dem Bestandsgebäude, das immerhin mit einer Kette vor Wild-West-Parkern gesichert werden kann.

18 Alarmparkplätze sollen neben dem Anbau entstehen. Derzeit sind die aber nur zu erahnen. Foto: Christina Wiesmann


Die Stimmung innerhalb der örtlichen Wehr sei nicht gut. Unverständnis und Kummer machten sich breit, wofür der Ortsbrandmeister bei seinen Kameraden den Kopf hinhalten müsse. Dierker: „Die Stimmung ist allgemein schlecht. Das ist einfach so und die Stadt ist daran nicht ganz unschuldig.“

Der Zeitplan für den Anbau passte laut Dierker „nur beim Rohbau“. Im Rahmen regelmäßig stattfindender Baubesprechungen hat Dierker im Namen der Ortsfeuerwehr immer wieder auf prägnante Stellen beim Altbau hingewiesen. „Wenn im Bestand gebaut wird, tauchen immer irgendwo Probleme auf“, sagt Dierker, „dafür hat man aber keinen Puffer eingeplant.“

Fehler der Bauleitung?

Er betont zudem, dass die Ortsfeuerwehr nur Nutzer des Gebäudes sei und die Stadt als Eigentümer in der Pflicht sei, alles vernünftig auszuführen und zur Verfügung zu stellen.

„Und das ist das nächste Problem“, so Dierker, „auf dem Papier wird geplant, ausgeführt wird dann anders.“ Besonders prägnant sei dieses Gebaren eben auch bei den Spinden. Dort wurde die Brüstungshöhe anscheinend nicht mit den entsprechenden Planungswerten ausgeführt, weshalb die Schränke nun bis über die Fensterbank reichen werden. „Das hat die Bauleitung wohl übersehen“, vermutet Stefan Dierker. 

 


Die Außenarbeiten am Anbau lassen noch zu wünschen übrig.Foto: Christina Wiesmann


Weiterer Ärger: In den neuen Anbau muss eine neue Küche. Als Gebäudeeigner ist aber die Stadt für eine fest verbaute Küche zuständig. Doch die will dafür offenbar kein Geld in die Hand nehmen und hat „signalisiert, dass sie nicht zahlen will“. Nun zahlt die Ortsfeuerwehr die Küche erstmal selbst. „Was sollen wir machen?“, fragt Stefan Dierker und zuckt mit den Schultern.

  Austausch auf Augenhöhe

Vom Gebäudemanagement der Stadt fühlt er sich missverstanden, im Stich gelassen und bisweilen nicht ernst genommen. Es fehle vor allem an einer vernünftigen praktischen Umsetzung der theoretischen Planung und einem Austausch auf Augenhöhe, um den Ehrenamtlichen vor Ort optimale Bedingungen für ihre wichtige Aufgabe zu ermöglichen. „Es sind viele Dinge, ich habe eine lange Liste für die nächste Baubesprechung“, sagt Dierker.

Die Stadt betont auf Anfrage, dass die „Inbetriebnahme des neuen Anbaus am Feuerwehrhaus in Oldendorf mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung erfolgen wird“. Stadtsprecher Jürgen Krämer betont: „Hintergrund für die Terminverschiebung sind vor allem längere Lieferzeiten bei den in Auftrag gegebenen Spinden.“ Zum weiteren Vorgehen sagt Krämer: „Die Fertigstellung des Anbaus besitzt für uns höchste Priorität. Nach Abschluss dieser Maßnahme sollen in einem weiteren Schritt die im Altbau ausstehenden Arbeiten ausgeführt werden.“


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