„Bist Du ein Star?“ Viele Fragen beim Mädchentag im „Alten Stahlwerk“ Melle

Von Conny Rutsch

Junge Frauen und Mädchen genossen ihren Mädchentag mit Jutta Dettmann (Mitte) unter der Leitung der Sozialpädagogen Jessica Reker und Cynthia Riebeling (links und rechts vorne). Foto: Conny RutschJunge Frauen und Mädchen genossen ihren Mädchentag mit Jutta Dettmann (Mitte) unter der Leitung der Sozialpädagogen Jessica Reker und Cynthia Riebeling (links und rechts vorne). Foto: Conny Rutsch

Melle. „Die kenn' ich, die ist ein Star, die war mal auf einem Plakat.“ Jutta Dettmann musste lachen, als eines der jungen Mädchen sie von einem Wahlplakat wiedererkannte. Etwa 15 Mädchen und junge Frauen kamen am Dienstag im Jugend- und Kulturzentrum „Altes Stahlwerk“ in Melle zusammen, um ihren Mädchentag zu begehen.

Und die Stadt- und Kreistagspolitikerin Jutta Dettmann war zu diesem Anlass zu Gespräch und fröhlichem Miteinander eingeladen worden.  

Freizeitpädagogische Angebote 

Seit Mitte November 2018 erhalten ausschließlich weibliche Besucher immer dienstags von 16 bis 20 Uhr ihre besondere Zeit im „Alten Stahlwerk“. „Der Mädchentag wird sehr gut angenommen und gerne besucht“, erzählt Cynthia Riebeling, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Jessica Reker für diese Tage als Sozialpädagogin verantwortlich zeichnet. 

Freizeitpädagogische Angebote oder auch Ausflüge stehen dann auf dem Plan für die Mädchen und jungen Frauen im Alter von 12 bis 27 Jahren. Da wird gemeinsam gekocht, ein Kino in Osnabrück besucht oder auch eine weitere Fahrt unternommen wie nach Dortmund neulich. „Wir greifen die Interessen und Wünsche der Besucherinnen auf und versuchen sie zu verwirklichen“, sagt Cynthia Riebeling. Ausdrücklich lobt sie eine der jungen Frauen, die zum Nachmittag mit Jutta Dettmann zwei große Schalen mit Puddingkuchen in Eigeninitiative hergestellt hat.

Vorstellungsrunde

Die Lokalpolitikerin ist einigen der Mädchen aber nicht nur von Wahlplakaten bekannt. „Sind Sie nicht im Kindergarten?“ Genau. Seit fast 16 Jahren arbeite sie als Erzieherin im Kindergarten am Schürenkamp, dem Familienzentrum St. Marien, erzählt Jutta Dettmann. Und langsam tauen die Mädchen auf. 

Dass sie Jutta Dettmann duzen dürfen, ist ihnen zunächst noch gar nicht so geheuer. Das förmliche „Sie“ schleicht sich immer wieder ein. Nach einer Vorstellungsrunde beginnt Jutta Dettmann dann zu erzählen. 2002 trat sie in die SPD ein, Mandate im Meller Orts- und Stadtrat folgten, seit 2016 ist sie in Osnabrück auch als Kreisrätin ehrenamtlich unterwegs.

„Wollen die Menschen auch manchmal ein Foto von Dir?“ - Auf diese Frage erzählt Jutta Dettmann von ihrer Reise nach Brasilien. In den ländlicheren Gebieten dort hätten die Bewohner dort oft noch nie Europäer gesehen, erzählt sie. Und jedesmal beim Einkaufen wurde sie dann nach einem Foto gefragt und das „nicht nur, weil ich blond bin.“ 

Politische Themen

Die Mädchen und jungen Frauen, die aus der Türkei, Albanien, dem Libanon und Deutschland stammen, hören aufmerksam, als es um das Thema der freien Meinung geht oder die Gefahr, schleichend die AfD größer werden zu lassen.

Aber nicht nur politische Themen bestimmen den fröhlichen Mädels-Kaffeeklatsch. Belustigt sind die jungen Frauen, als sie hören, dass Jutta Dettmann mit einem ihrer Lehrer von der Ratsschule in eine Klasse ging.

Ohne Jungs scheint es beim Mädelstag entspannt zuzugehen, das ist deutlich zu spüren. Die Mädchen und jungen Frauen genießen die Gespräche von Frisuren über Musik bis hin zu den Einblicken in das Leben von Jutta Dettmann.


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