Mehr als 25 Vögel übernachten Kranich-Nachzügler suchen sich Rastplatz an Meller Stauwiesen

Ein seltenes Bild bot sich am Wochenende an den Stauwiesen: Eine Gruppe von Kranichen machte hier Station. Foto: Astrid KienkerEin seltenes Bild bot sich am Wochenende an den Stauwiesen: Eine Gruppe von Kranichen machte hier Station. Foto: Astrid Kienker

Melle. Einen für Melle jahreszeitlich ausgesprochen späten Nachweis der im Stadtgebiet ohnehin seltenen Kranichrast lieferten 25 Vögel dieser Art in diesen Tagen an den Stauwiesen.

Volker Tiemeyer von der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) bestätigte diese vogelkundlichen Besonderheit: Nach der frühen Rückkehr der Mehlschwalben am 10. April und gemeinsam mit den ersten Schafstelzen hatten einige Kraniche die Stauwiesen der Meller SON als Rastplatz ausgesucht und diese sogar als Schlafstätte genutzt. 

Reichlich Nahrung

Während die Nord- und Ostdeutschen Artgenossen wohl schon auf ihren Gelegen sitzen und auch die Skandinavischen und Osteuropäischen Tiere ihr Brutgebiet mehrheitlich lange erreicht haben dürften, scheint es sich hier um einige Nachzügler zu handeln. Bereits am vergangenen Samstag Abend erschienen die ersten sieben Exemplare. 

Am Sonntag durchstreiften gar 25 der bis zu 1,30 Meter großen und rund sechs Kilo leichten Tiere die Stauwiesen auf der Suche nach offensichtlich reichlich vorhandener tierischer und pflanzlicher Nahrung. Die auf der Fläche angelegten Blänken nutzten die Kraniche zur Rast und zur Pflege des durch die lange Reise sicherlich beanspruchten meist silbergrauen Gefieders.  Eine Gruppe zog am späten Sonntag weiter, während ein anderer Teil auch die anschließende Nacht noch vor Ort verbringen wollte. 

Tolles SON-Projekt

Während nun also die Mehl- und Rauchschwalben in unglaublicher Schnelligkeit über der Else nach Mücken jagten, die Goldammer und die Schafstelzen auf den Rickstangen um das leuchtenste gelbe Gefieder wetteiferten, der piepsende Gesang der Flußregenpfeiffer und des Austernfischers durch das Schnattern der Nil- und Kanadagänse übertrumpft wurde, schritten zeitgleich die majestätischen Kraniche über die Wiese. Die Galloways grasten derweil und der Duft der Schlehen umhüllte alles liebevoll,

Eine für Melle vielleicht einmalige Szenerie. Bei all dem wundert man sich kaum noch, dass in der griechischen Mythologie die Kraniche Hermes, dem Boten des Frühlings und des Lichts, zugeordnet sind. Dieses Ereignis zeigt, wie wichtig solche tollen Projekte wie die der SON nicht nur als Trittsteine für durchreisende Arten sind. Fazit: Ein rundum gelungenes Projekt. 


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