Es läutet wieder im Kirchenspiel Glockenweihe in Martinikirche lockt hunderte Besucher nach Buer

Von Conny Rutsch

Die Lukas-Glocke trägt den Spruch „Gottes Barmherzigkeit siegt immer“. Foto: Conny RutschDie Lukas-Glocke trägt den Spruch „Gottes Barmherzigkeit siegt immer“. Foto: Conny Rutsch

Buer. Endlich. Auch die Bueraner wissen wieder, was die Stunde geschlagen hat. Die acht neuen Glocken im Turm der Martinikirche wurden am Sonntag mit einem festlichen Gottesdienst geweiht und läuten ab sofort wieder zu Gottesdiensten und kirchlichen Feierlichkeiten.

Zu diesem besonderen Gottesdienst riefen aber zunächst die Dorfglocken in allen Ortsteilen des Kirchspiels Buer sowie die Bläser des Posaunenchores aus den geöffneten Fenstern des Heimathauses gegenüber der Kirche.  

Im Zentrum des von Kirchen- und Posaunenchor musikalisch ausgestalteten Gottesdiensten stand nicht die Predigt, sondern die Vorstellung der einzelnen Glocken mit ihren Namen und Inschriften. Dazu waren acht Personen aus der Kirchengemeinde und aus Buer ausgewählt worden, die auch persönliche Statements einbrachten.

"Ein warmes Gefühl"

„Gottes Offenbarung bringt Licht“ heißt die Inschrift auf der kleinsten Glocke des Zimbelgeläutes, die dem Evangelisten Johannes gewidmet ist. Der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Falk Bischoff, verbindet mit dem Glockenklang Dankbarkeit für ein Leben ohne Not.

Die Lukas-Glocke trägt den Spruch „Gottes Barmherzigkeit siegt immer“. Für Dieter Huntebrinker, Mitglied des Glockenarbeitskreises, soll Glockenklang über den Lärm in der Welt siegen.

Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stellte Claudia Ulrich die Markusglocke vor: „Gottes Sohn ist Messias“ lautet die Inschrift. Der Diakonin bedeutet der Glockenklang „ein warmes Gefühl, wenn er die Kinderkirche einläutet“. Als Gast aus dem Ortsausschuss Buer der katholischen Matthäusgemeinde Melle wünschte sich Andrea Brockmann ein gemeinsames Geläut beider Bueraner Kirchen zu bestimmten feierlichen Anlässen. Sie stellte die Glocke Matthäus mit der Inschrift „Gottes Boten helfen uns“ vor.

Vorgestellt wurden die Glocken von: Falk Bischoff, Johannes Meyer-Dunker, Andrea Brockmann, Matthias Breitenkamp, Claudia Ulrich, Dieter Hunterbrinker, Hermann Brinkschulte (von links) und Gerhard Frenzel (fehlt). Foto: Conny Rutsch


„Jesus Christus“, die größte Glocke mit der Inschrift „Ich bin der Erste und der Letzte“, begrüßte Gerhard Frenzel. Als Vertreter der Kirchenmusik betrachtet der Vorsitzende des Posaunenchores Buer die Glocken als Instrumente. „Wenn sie verstummen, bedeutete das nie etwas Gutes“, sagte er eindrücklich.

Matthias Breitenkamp war als Leiter des Kirchenchores die Petrusglocke vorbehalten. „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ ist ihre Inschrift. „Glocken geben weltweit Signale mit ihrem akustischen Code zu freudigen und traurigen Anlässen“, sagte er, „und mit dem Anschlagen der Uhrzeit bemerken wir das Fortschreiten der Zeit.“

Volles Geläut

Die Glocke mit dem Namen des Patrons der Bueraner Kirche „Martin von Tours“ mit der Inschrift „Glaube durch Liebe tätig“ stellte Hermann Brinkschulte als Mitglied des Leitungsteams des Seniorentreffs 70+/- vor: „Glocken teilen mit, dass es Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, die die Menschen zusammenhalten“, sagte er.

Als ein Vetreter der Geldspender für die Glocken trat Johannes Meyer-Dunker ans Mikrofon, für den die Glocken Menschen aller Hautfarben – und mit einem Seitenblick auf die Kinder – auch das gepunktete Sams einladen, von Christus zu hören.

Nach Grußworten von Superintendent Hans-Georg Meyer-ten Thoren, Annegret Mielke als stellvertretende Bürgermeisterin Melles, Falk Bischoff und Hanns Martin Rincker von der Glockengießerei Rincker endete die feierliche Glockenweihe mit dem vollen Geläut aller acht Glocken. 


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