Biotop am Wilden Berg Biotop: Eine Meller Waldwiese für Schmetterlinge

Das Große Ochsenauge soll am Wilden Berg in Buer eine neue Heimat finden. Foto: Volker TiemeyerDas Große Ochsenauge soll am Wilden Berg in Buer eine neue Heimat finden. Foto: Volker Tiemeyer

Buer . Auf einer Grünlandfläche am Wilden Berg im Meller Stadtteil Buer setzten die Mitstreiter der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) während der letzten Wochenenden gleich ein ganzes Bündel von Maßnahmen um, damit Schmetterlingsarten wie Zitronenfalter, Brauner Waldvogel und Tagpfauenauge eine neue Heimat geboten werden kann.

„Fluginsekten, zu denen die Schmetterlinge zählen, nahmen in den letzten Jahren um bis zu 80 % im Bestand ab. Da ist es alles andere als trivial, einen Teil der eigenen Freizeit den Schmetterlingen zu widmen“, erläuterte Regina Haase ihre Motivation an den SON-Aktionen teilzunehmen. „Es kommt natürlich noch hinzu, dass diese Tiere allein schon durch ihr Aussehen und ihre Lebensweise absolut faszinierend sind“, ergänzte die Naturschützerin. Sie und weitere 20 Teilnehmer pflanzten auf einer SON-Fläche am Wilden Berg Bäume und Sträucher, schufen Ruheplätze und Unterschlupfmöglichkeiten, sodass einer Besiedlung des Grundstücks durch Schmetterlinge nichts mehr im Wege stehen dürfte.

„Dabei gilt es, viele Details zu berücksichtigen, damit der Erfolg nicht lange auf sich warten lässt“, erläuterte Volker Tiemeyer vom Vorstand der SON. So wurden Straucharten gepflanzt, die den Raupen der Schmetterlinge als Nahrung dienen. Auch wurde darauf geachtet, Arten zu pflanzen, deren Blüten einen hohen Nektarwert aufweisen. Die unscheinbare Blüten des Faulbaums bieten unglaublicherweise über 30 Falterarten lebenswichtigen Nektar. Die immensen Vorteile, die diese Strauchart für Wildbienen besitzt, kommen hinsichtlich ihrer Bedeutung für Insekten noch oben darauf. „Der Faulbaum sollte eigentlich in jedem Garten stehen, so wertvoll ist er für Bienen und Co.“, unterstrichen Manfred Tzschachmann und Klaus Wolf von der SON.

Liebe zum warmen Stein

Selbst Asthaufen aus sorgsam von Laubbäumen zusammengestelltem Schnittgut wurden für Unterschlupfmöglichkeiten aufgeschichtet. Sie bieten Schutz während Schlechtwetterphasen. Doch damit nicht genug: Aus Bruchsteinen wurden Sonnenflächen hergerichtet, die den Faltern ermöglichen sollen, Wärme aufzunehmen, in dem sie quasi in der Sonne baden.

Abgerundet wurde die Gesamtmaßnahme durch Totholzhaufen. Sie werden im Laufe ihrer natürlichen Zersetzung einer Vielzahl von weiteren Insekten dienen und ergänzen den neu geschaffenen Schmetterlings-Lebensraum, da sich in locker geschichteten Holzhaufen gerne überwinternde oder übernachtende Schmetterlinge zurückziehen.

Auch Wildbienen profitieren von dem aufgeschichteten Totholz, benötigen sie doch für Ihre Reproduktion vor allem Bohrlöcher von Käferlarven. Gerade stehendes, gut besonntes Totholz wie hier am Wilden Berg bei Buer erfüllt diese Voraussetzungen.

Und damit den letzten im Herbst auftretenden Tagpfauenaugen ein Leckerbissen angeboten werden kann, wenn der Nektar der Blütenpflanzen allmählich versiegt, sind in die Gestaltung der Stiftungsfläche Obstbäume einbezogen worden. Obst für Falter? „Ganz richtig, denn die von uns nicht in Gänze geernteten, überreifen und teilweise bereits leicht angefaulten Äpfel oder Pflaumen locken Tagpfauenaugen und ihre Verwandten magisch an und laden sie zu einer ausgedehnten Mahlzeit ein“ berichtete Tiemeyer. Er hat das Projekt am Wilden Berg von der ersten Idee, über die Detailplanung bis zur Umsetzung begleitet.


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