Meller Stadtteile scheitern Kein Geld für Oldendorf, Buer, Riemsloh, Bruchmühlen

Nicht behindertengerecht: Das Pflaster in der Bueraner Kirchhofsburg stellt für Rollstuhlfahrer eine Barriere dar. Foto: Conny RutschNicht behindertengerecht: Das Pflaster in der Bueraner Kirchhofsburg stellt für Rollstuhlfahrer eine Barriere dar. Foto: Conny Rutsch

Melle. Weder die Kirchhofsburg in Buer noch die Alte Sägemühle Oldendorf haben es in diesem Jahr in die Ile-Förderung geschafft. Die gemeinsame Aufnahme von Buer, Riemsloh und Bruchmühlen in das Dorferneuerungsprogramm ist ebenfalls gescheitert. Vorerst.

Die Ile-Projekte "Sanierung der Sägemühle", die endlich winternutzungsfest gemacht werden soll, sowie "Barrierefreie Kirchhofsburg" Buer seien am schlecht gefüllten Fördertopf gescheitert, erklärt Uwe-Heinz Bendig als Leiter des Dezernats Strukturförderung beim Amt für regionale Landesentwicklung in Osnabrück. Das bewertet nach festgelegten Kriterien eines Punktesystems die Anträge, die dann in ein Ranking (Reihenfolge) aufgenommen werden. Je nachdem, wie viel Geld für Ile (Integriertes ländliches Entwicklungskonzept) zur Verfügung steht, werden die Projekte von oben absteigend bewilligt. An der Qualität der beiden Meller Anträge habe es jedenfalls nicht gelegen, betont Bendig.

Gute Chancen 2020?

Er sieht gute Chancen im kommenden Jahr. Das hängt damit zusammen, dass die EU ein sieben-Jahres-Budget von 2013 bis 2020 aufgelegt habe. Nachdem in den ersten Jahren überproportional viel Geld ausgegeben worden sei, ist der Topf nun entsprechend schwach gefüllt. Im letzten Jahr der Laufzeit sei jedoch mit Rückflüssen nicht abgerufener Gelder zu rechnen. "Aber das ist auch für uns immer eine Wundertüte", verweist Bendig darauf, dass er mit seiner auf Erfahrungen beruhenden Einschätzung freilich auch falsch liegen könnte.

Rat: Am Ball bleiben

Er empfiehlt Buer und Oldendorf am Ball zu bleiben. Dass Anträge im ersten Anlauf (Buer) scheiterten, sei nicht ungewöhnlich. Im Falle Oldendorf (zweiter Antrag) sei das allerdings "schon schade", zumal Ortsbürgermeisterin Karin Kattner-Tschorn sich sehr dafür engagiert habe. Wie es dort weitergehen soll, hat der Ortsrat jüngst besprochen.

"Früher hat sich jedes Dorf ein Dorfgemeinschaftshaus gegönnt"

Schon seit Jahren können sich für das Landesprogramm "Dorferneuerung" keine einzelnen Dörfer mehr bewerben, gefragt sind Verbundanträge. "Früher hat sich jedes Dorf sein eigenes Dorfgemeinschaftshaus gegönnt und keines hat eine volle Auslastung", erläutert Uwe-Heinz Bendig einen Grund, warum die Förderung umgestellt wurde.

Aus Melle haben sich für 2019 erstmals Buer, Riemsloh und Bruchmühlen gemeinsam beworben, aber keine Aufnahme erhalten. In Buer geht es auch hier um das Pflaster in der Kirchhofsburg, in Riemsloh um Leerstände/Folgenutzung, in Bruchmühlen um den Bahnhof. Das alles unter der Unterschrift Nahversorgung/Grundversorgung. 

"Dann stellen wir so lange Anträge, bis das klappt"

Womöglich seien die Anträge zu unkonkret formuliert gewesen, um erfolgreich zu sein, vermuten unisono die Ortsbürgermeister Dieter Finke-Gröne (Buer) und Günter Oberschmidt (Riemsloh). Daran habe es jedoch nicht gelegen, stellt Uwe-Heinz Bendig klar, die Antragsqualität sei gut gewesen. Allerdings seien drei oder vier Anläufe in der Dorferneuerung keine Seltenheit. Es gebe auch Impulse vom federführenden Landwirtschaftsministerium, was im Antrag verbessert werden könne, das soll in die nächste Bewerbung einfließen. So würden die Anträge automatisch von Jahr zu Jahr besser und sind dann quasi nach ein paar Durchgängen reif. Bendig: "Dass Dörfer beim ersten Mal dabei sind, habe ich schon seit Jahren nicht mehr erlebt." "Wenn das so ist, stellen wir so lange Anträge, bis das klappt", kommentiert Oberschmidt und dem kann Dieter Finke-Gröne sich anschließen.



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