Ölkanister und Schnapsflaschen Fleißige Müllsammler befreien Meller Natur von Unrat

72 freiwillige Helfer waren für ein sauberes Gesmold im Einsatz und Kinder hatten für die diesjährige Aktion sogar Plakate gemalt. Fotos: Norbert Wiegand72 freiwillige Helfer waren für ein sauberes Gesmold im Einsatz und Kinder hatten für die diesjährige Aktion sogar Plakate gemalt. Fotos: Norbert Wiegand

Gesmold/Melle. Es ist immer wieder erstaunlich, was hunderte Freiwillige bei der alljährlichen Meller Müllsammelaktion im Frühling so alles finden. Am Samstag packten allein im Stadteil Gesmold 72 ehrenamtliche Müllsammler mehr als 800 Kilogramm achtlos weggeworfene Abfälle in ihre mitgebrachten Säcke.

„Unter unseren Fundstücken waren wieder mehrere Radkappen, massenweise Plastikbecher, Zigarettenschachteln, Imbissverpackungen sowie Getränkeflaschen mit und ohne Pfand“, berichtete Thomas Schulke, der mit einer Ortsratsgruppe unterwegs war. Auf einen ganz besonderen Fund wiesen Margret Bolte und Margret Hehemann hin: „Wir haben auf der Aussichtsplattform an der Bifurkation 20 säuberlich aufgereihte Schnapsflaschen gefunden“. Aber dies sei der einzige wilde Müll gewesen, der im Bereich der Bifurkation zu finden war. Denn dort sorge offenbar die Rentner-Truppe ganzjährig für penible Sauberkeit.

Kanister waren voll

Eine riesige kaputte Kunstoffwanne mit einem Durchmesser von 1,50 Meter brachte die Radweg-Initiative Allendorfer Straße auf den Awigo-Recyclinghof, den zentralen Gesmolder Müllsammelplatz. Außerdem hatten die Radweg-Aktivisten zwei mit Altöl gefüllte Fünf-Liter-Kanister, Autoreifen und mehrere volle Säcke mit Kleinabfällen dabei. Die Gruppe war die ganze 10,5 Kilometer lange Strecke von Borgloh bis Melle entlang der Allendorfer Straße unterwegs gewesen. „Als wir am Kreisel anhielten, dachten einige Autofahrer wir würden eine Gelbwesten-Demonstration veranstalten“, erzählte Günter Komesker.

Öldosen holten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr aus einem Straßengraben. „Mit den vielen Kleingruppen konnten wir jeden Winkel des gesamten Stadtteiles abdecken“, erklärte Sabine Schlüter, Leiterin des Gesmolder Bürgerbüros. Neben Jugendfeuerwehr, Radweg-Initiative und Ortsrat beteiligten sich auch der Heimatverein, der Chor Querbeat, die Blaskapelle, der SV Viktoria, Kolping, Hegering, Jägerschaft, Pfadfinder, Landvolk und die Brauereigemeinschaft an der Aktion. Am Freitag waren schon die Schule und die Kindertagesstätte Sancta Maria im Ortskern aktiv.

Nichts wurde ausgelassen

Die vielen fleißigen Helfer haben mit ihrem praktizierten Umweltschutz Gesmold und das gesamte Umland bei strahlendem Sonnenschein rechtzeitig zum Frühlingsbeginn in eine saubere Landschaft verwandelt. Kein Graben, kein Wegesrand, kein Spielplatz, keine Sackgasse und kein Wanderweg wurde ausgelassen. Ähnliche Aktionen mit insgesamt hunderten Helfern fanden größtenteils am Samstag und Freitag auch in allen anderen sieben Meller Stadtteilen statt.

In Gesmold gabe es mit einem gemütlichen Beisammensein bei Grillwürstchen einen geselligen Ausklang. Dabei wurden Erfahrungen ausgetauscht und Vergleiche zu den Vorjahren angestellt. „Der Müll ist weniger geworden, das regelmäßige Sammeln lohnt sich und das Umwelt-Bewusstsein scheint leicht zu wachsen“, lautete das Fazit von Reinhold Kassing. „Aber leider bildet das stark vermüllte Gewerbegebiet dabei eine Ausnahme“, ergänzte Marlies Kellenbrink.

Von einer „konstanten und guten Beteiligung beim Müllsammeln“ sprach Sabine Schlüter. Da nicht jeder einzelne Sack gewogen werden konnte, schätzte Udo Meden von der Awigo die gesammelte Müllgesamtmenge auf 800 bis 1000 Kilogramm.


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