Jägerschaft Melle zieht Bilanz Jäger in Melle schießen mehr Füchse und weniger Stockenten

Einige Hundert Trophäen der Meller Jäger wurden in der Hegeschau gezeigt.
Foto: Christina WiesmannEinige Hundert Trophäen der Meller Jäger wurden in der Hegeschau gezeigt. Foto: Christina Wiesmann

Wellingholzhausen . Im Haus des Gastes in Wellingholzhausen kam am Freitagabend die Jägerschaft Melle im Rahmen der Jahreshauptversammlung mit Hegeschau zusammen.

Mehrere Hundert Trophäen zogen in der Hegeschau die Blicke auf sich. „Es sind deutlich mehr Böcke als in den Vorjahren“, bilanzierte der Vorsitzende der Jägerschaft Melle, Fritz Mithöfer.

Mithöfer hatte zudem den Streckenbericht für das Jagdjahr 2018/2019 parat. Demnach ist der Anteil an Fallwild im Vergleich zu den Vorjahren annähernd stabil. Zum Fallwild zählen nicht nur die Tiere, die bei einem Verkehrsunfall getötet werden, sondern auch solche, die tot aufgefunden werden. Denn: Manche können sich nach dem Zusammenstoß mit einem Fahrzeug noch von der Unfallstelle wegbewegen, sterben aber später – zum Beispiel am Waldrand, wie die Vorstandsmitglieder Heiner Wirkuttis und Anne Meyer zu Riemsloh verdeutlichten.

Mehr Füchse erlegt

Neben der Jagd auf die Nutria (348 erlegte Exemplare) läuft die Jagd auf die Predatoren (Räuber) im Allgemeinen recht passabel, wie Fritz Mithöfer betonte: „Das machen wir in Melle wirklich schon ganz gut.“ So fiel die Gesamtstrecke der Füchse mit 457 Tieren höher aus als im Vorjahr. „Der Fuchs ist eine wichtige und spannende Wildart“, so Mithöfer, „wir verzeichnen die dritthöchste Strecke seit 1978 und heben uns da schon ein bisschen vom Niedersachsentrend ab.“ Zum Vergleich: Die Fuchsstrecke im gesamten Landkreis liegt bei 3414 Tieren.

Und auch die Anzahl der erlegten wildernden Katzen (5) ist im Vergleich zum Vorjahr höher. Bei den Stockenten konnten die Jäger einen Rückgang beobachten. „Möglicherweise ist das dem sehr warmen Sommer geschuldet“, mutmaßte Mithöfer.

Er wurde im Rahmen der Neuwahlen als Vorsitzender der Jägerschaft Melle bestätigt. Stellvertreterin bleibt Karin Baute. Als Schriftführer schied Heiner Wirkuttis aus, sein Nachfolger im Amt wurde Thomas Hüpohl. Das Amt als stellvertretende Schriftführerin legte Karin Baute nach mehr als 16 Jahren nieder, ihr folgte als stellvertretender Schriftführer Christian Elscher. Als Kassenwart und Stellvertreter bleiben Anne Meyer zu Riemsloh und Norbert Westermeyer im Vorstand auch weiterhin aktiv.

Für ihre Verdienste mit einer Urkunde und Ehrennadel der LJN geehrt: Heiner Wirkuttis, Karl-Heinz Hort, Christian Remmert und Wilhelm Kollmeyer. Die Ehrung nahm der Vorsitzende Fritz Mithöfer (rechts) gemeinsam mit Vorstandskollegin Anne Meyer zu Riemsloh vor. Foto: Christina Wiesmann

Einen Dank für die geleistete Arbeit überbrachte Bürgermeister Reinhard Scholz den Meller Jägern. Er betonte zudem: „Die Kooperation mit der Jägerschaft ist ganz hervorragend.“

Die Landtagsabgeordnete Gerda Hövel hatte ebenfalls ein Dankeschön für die „Arbeit des anerkannten Naturschutzvereins“ mitgebracht. Hövel staunte zudem darüber, dass immer mehr Frauen die Jagd für sich entdecken: „Ich finde das großartig, wie die Frauen sich hier engagieren.“

Seuchenvorsorge treffen

Jörg Fritzemeier, Leiter Veterinärdienst Osnabrück, erinnerte die Jäger an die drei wichtigen Bausteine im Kampf um die Afrikanische Schweinepest. „Sie breitet sich weiter und nach wie vor sehr schnell aus“, so Fritzemeier. Er wies daraufhin, wie wichtig es sei, eine entsprechende Seuchenvorsorge zu treffen und keine Wildabfälle nach dem Auswärtsjagen im heimischen Revier abzulegen. Dass Bekleidung und Jagdgerät nach der Arbeit in fremden Revieren gereinigt werden sollen, gab er den Waidmännern ebenfalls mit auf den Weg.

Jagdunfälle verhindern

Mit einem interessanten Vortrag zum Thema „Gewachsener Erdboden immer ein sicherer Kugelfang? Von wegen!!!“ überzeugte Ingo Rottenberger von der Deva (Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen). Als Gutachter habe er im vergangenen Jahr wieder einige Jagdunfälle genau unter die Lupe nehmen müssen. Fazit: Viele Unfälle hätten verhindert werden können, wenn die Jäger korrekte Schusswinkel eingehalten hätten. Mit anschaulichem und auch erschreckendem Bild- und Videomaterial stützte Rottenberger seinen Vortrag. „Wichtig ist, sich intensiver mit der Waffe und dem Schuss selbst zu beschäftigen“, appellierte der Experte an die Jäger.

Nach vielen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit schieden Christian Remmert (Naturschutzobmann), Wilhelm Kollmeyer (Hundeobmann), Heiner Wirkuttis (Schriftführer) und Karl-Heinz Horst (Bläserobmann) aus ihrem Amt aus. Sie wurden geehrt und erhielten Urkunden und Ehrennadel der Landesjägerschaft Niedersachsen, die ihnen Fritz Mithöfer und Vorstandskollegin Anne Meyer zu Riemsloh überreichten.

Die Jahreshauptversammlung wurde traditionell von den Jagdhornbläsern begleitet.

Die Jagdhornbläser begleiten die Versammlung mit jagdlichen Signalen. Foto: Christina Wiesmann



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