Hilfe kommt aus dem Kühlschrank Grüne „Notfalldose“ für ältere oder kranke Menschen in Melle

Stets parat hat Eva Stelter (85) die nützliche grüne Dose in ihrem Kühlschrank. Sie wohnt in der Seniorenrsidenz am Dürrenberger Ring. Foto: Christoph FrankenStets parat hat Eva Stelter (85) die nützliche grüne Dose in ihrem Kühlschrank. Sie wohnt in der Seniorenrsidenz am Dürrenberger Ring. Foto: Christoph Franken

Melle. Deutschlandweit wird aktuell für die „Notfalldose“ geworben. Das grüne Behältnis kann Leben retten, denn es enthält wichtige Daten über ihre Besitzer, meist ältere oder kranke Menschen. Das Besondere: Sie steht in jeder Wohnung im Kühlschrank.

Das hängt natürlich nicht mit ihren Inhalt zusammen, denn das ausgefüllte Formular und der Medikamentenplan sind unverderblich. Aber alle Rettungsorganisationen, Pflegedienste und andere Beteiligte im Gesundheitswesen haben sich dafür entschieden, die Dose im Fall der Fälle im Kühlschrank zu suchen. „Einen Kühlschrank hat schließlich jeder und den findet man auch schnell“, berichtete Dirk Tietz. Er ist der Pflegedienstleiter in der Seniorenresidenz der Caritas am Dürrenberger Ring.

Sein Haus mit 45 Wohnungen hat vorsichtshalber 100 Notfalldosen geordert. Die werden auch bei Pflegebedürftigen, die von ambulanten Alten- und Krankenpflegerinnen oder Pflegern betreut werden, aufgestellt. Aber natürlich kann jeder auf Nummer Sicher gehen und sich die Dose aus der Apotheke holen.

Mit Medikamentenplan

Ausgefüllt muss lediglich ein Formularvordruck mit wichtigen persönlichen Angaben. „Es macht Sinn, zusätzlich einen Medikamentenplan mit in den Behälter zu legen, weil der sich dann leicht aktualisieren lässt“, ergänzte Kerstin Lietmann als Gesundheits- und Krankenpflegerin bei der Caritas.

Tietz hält viel von dem simplen System. Daher hängt schon im Eingangsbereich der Seniorenresidenz ein Plakat, dass eintreffende Rettungssanitäter oder Notärzte darauf hinweist: „Hier wird mit Notfalldose gearbeitet“. Zudem enthält jede Dose zwei Aufkleber für die Haus- oder Wohnungstür und die Tür am Kühlschrank.

Tietz weiß, dass sich gerade in Privatwohnungen die Notfalldose noch nicht flächendeckend durchgesetzt hat. „Da werden wir auch im Bereich des mobilen Pflegedienstes noch dicke Bretter bohren müssen“, befürchtet er.

Dabei ist er voll des Lobes für die grüne Dose. „Das System ist einfach, kann Leben retten und je mehr mitmachen, umso schneller setzt es sich durch:“

Ähnlich sieht es Apotheker Ralf Frerichs. „Das ist eine gute Sache und wir als Apotheker begrüßen die Aktion unbedingt“, sagte er. Frerichs verkauft die Dose in seiner Apotheke für 3,50 Euro „fast zum Selbstkostenpreis“, wie er erklärte. Und: „Ich gehe davon aus, dass die grüne Notfalldose in allen Meller Apotheken erhältlich ist.


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