Ilse Fuchs-Raschkowski und Eberhard Heinzel Die Stadt hat zwei neue „Mensch Melle 2019“ gekürt

Von Marita Kammeier

Über die Semper-Meller-Statue als sichtbare Auszeichnung freute sich Ilse Fuchs-Raschkoski (Mitte) gemeinsam mit Laudatorin Insa Thiele-Eich und Moderator Kai Ebel.Über die Semper-Meller-Statue als sichtbare Auszeichnung freute sich Ilse Fuchs-Raschkoski (Mitte) gemeinsam mit Laudatorin Insa Thiele-Eich und Moderator Kai Ebel.

Melle. Mit Spannung erwartet: die Preisverleihung „Mensch Melle 2019“. Überrascht und sichtlich bewegt nahm gestern Ilse Fuchs-Raschkowski aus Neuenkirchen die Skulptur entgegen. Eine verdiente Auszeichnung für ihren täglichen ehrenamtlichen Einsatz.

Melle „Wir wollen zeigen, wie aktiv die Bürger in unserer Stadt sind, aber auch Menschen auszeichnen, die in die Welt gegangen sind“, begrüßte Ulrike Horstmann als 1. Vorsitzende des Gesellschaftsclubs „Semper Melle“ das Publikum im Hotel Van der Valk. Im Rahmen einer festlichen Gala hatten die Organisatoren auch dieses Mal alle Register gezogen.

„Morgen fliege ich zur Formel 1 nach Melbourne, das klingt so ähnlich wie Melle“, witzelte RTL-Sportredakteur Kai Ebel, der charmant und eloquent durch den Abend führte. Er hob die lange Tradition der Veranstaltung – seit 2011 – hervor. Mit Tempo unterwegs auf der Bühne und im Leben war auch Laudatorin Insa Thiele-Eich, die 2020 als erste deutsche Astronautin ins All fliegen wird.

Die Spannung stieg, als der Moderator drei Nominierte für den Leserpreis des „Meller Kreisblatts“ interviewte. „Jeder kann eine Blühwiese einrichten, sei es im Garten oder auf dem Balkon“, motivierte Kai Behnke, der dem Insektensterben entgegenwirkt und Schmetterlinge, Bienen, Vögel und Reptilien rettet. „Es kreucht und fleucht von allen Seiten. Bei uns blüht schon sehr viel, aber das darf gern noch mehr werden.“ Melle sei die Stadt mit den meisten Blühwiesen, hat der promovierte Geoinformatiker bundesweit recherchiert.

"Sie ist gelandet"

„Kinder und Jugendliche von den Medien loseisen und ihnen Basiswissen beibringen.“ So lautet der Wunsch von Marco Plesner, dem Ortsbeauftragten des THW (Technisches Hilfswerk) in Melle. Ob beim Moorbrand in Meppen oder der Einrichtung einer Blaulicht-Konferenz, der Meller Dienststellenleiter der Bundesorganisation für Zivil- und Katastrophenschutz ist immer der richtige Mann.

„Sie ist gelandet“, rief Kai Ebel und meinte damit Insa Thiele-Eich, die inzwischen den Umschlag öffnete. Die Laudatorin verkündete den von den Lesern mit Stimmenmehrheit gewählten Kandidaten mit den Worten: „Es ist Ilse Fuchs-Raschkowski aus Neuenkirchen, eine couragierte Frau der Tat, stark und autark.“ Großer Jubel brandete auf, und das im Publikum klatschte begeistert.

Ins Rampenlicht gezogen

„Wir ziehen heute jemanden ins Rampenlicht, die eigentlich lieber im Hintergrund arbeitet“, erklärte Insa Thiele-Eich. Jeder im Ort würde die Geehrte kennen, weil sie täglich mit ihrem Fahrrad zu Terminen unterwegs sei: zu Gottesdiensten, zum Kirchenvorstand, Seniorentreffen, Frauenhilfe und zum evangelischen Altenzentrum.

Überall werde die Altenpflegerin und Netzwerkerin erwartet, denn sie hat die Senioren immer im Blick.

Gerührt und dankbar hielt die Geehrte die Skulptur in die Höhe und meinte, als sie nach der Intention für ihren Einsatz gefragt wurde: „Ich sehe viele Menschen, die Hilfe brauchen.“ Als der Moderator wissen wollte, ob sie den Preis feiern würde, erwiderte Ilse Fuchs-Raschkowski: „Natürlich, in der Cafeteria des evangelischen Altenzentrums.“

Der Mann aus Peru

„Eberhard Heinzel leitet die deutsche Schule in Peru mit 263 Mitarbeitern und 1700 Schülern“, kündigte die Laudatorin die zweite Ehrung an. Die Mitglieder im Verein „Semper Melle“ hatten den in Melle geborenen und aufgewachsenen Lehrer für den zweiten Preis „Mensch Melle 2019“ ausgewählt.

In ihrer Laudatio erwähnte Insa Thiele-Eich dessen wichtigste Stationen, darunter das Leuchtturmprojektin Lima: ein Stipendium für 25 Schüler. „Das geht mir sehr nahe. Der Scheck wird sinnvoll eingesetzt für Kinder aus sehr schwierigen und finanziell extrem schwachen Verhältnissen“, sagte der Geehrte, der besonders seiner Frau Elisabeth, genannt Sissi, dankte, die aus Wellingholzhausen stammt.

Für das Publikum hatte er einen interessanten Film gedreht vom Leben und Lernen in der Alexander-von-Humboldt-Schule in Lima. Gut an kam beim Publikum seine Information: „ 50 Prozent meiner Schüler wissen, wo Melle liegt.“

Preisträger Eberhard Heinzel (mit Statue) nahm von Frank Finkmann im Beisein der Laudatorin und des Moderators auch eine Geldspende für Projekte in Peru entgegen.



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN