Digitale Lernplattform startet Neues Berufsbild des Kfz-Mechatronikers: BBS Melle Vorreiter

Von Marita Kammeier

In der Lernwerkstatt: Thomas Schumann, Teamleiter Fahrzeugtechnik mit Azubis und Lehrern, die an der Tagung zum Thema Digitalisierung teilnahmen. Foto: Marita KammeierIn der Lernwerkstatt: Thomas Schumann, Teamleiter Fahrzeugtechnik mit Azubis und Lehrern, die an der Tagung zum Thema Digitalisierung teilnahmen. Foto: Marita Kammeier

Melle. Es wird noch geschraubt in der Kraftfahrzeugtechnik. Doch seltener, denn viel spannender für Ausbilder und Azubis ist heute der digitale Unterricht mit Verknüpfung von Theorie und Praxis. Da landen Signale aus dem Motor direkt auf dem Computer.

Die Ankündigung der Nutzertagung in der BBS Melle (Berufsbildende Schulen) fand bereits im Vorfeld großes Interesse. Teilnehmer aus dem gesamten Landkreis Osnabrück reisten ebenso an wie Lehrer und Ausbilder aus Gütersloh und Dortmund. Das Thema Digitalisierung in der Kraftfahrzeugtechnik hat große Bedeutung für die Zukunft der Branche aber auch für das neue Berufsprofil. 

"Die BBS ist eindeutig Vorreiter, auch für die Westfalen. Wir praktizieren den Unterricht mit digitaler Lernplattform für die Ausbildung der Kfz-Mechatroniker bereits seit eineinhalb Jahren", erklärte Björn Schäfer, Leiter der Lehrwerkstatt. Es sei bewährte Praxis, dass jeder Schüler auf seinem Computer mit der Lernsoftware Signale aus dem Motor aufzeichnen könne.

Das Fehlermodul baute Björn Schäfer extra für die Tagung ein. Foto: Marita Kammeier


Bei der Tagung saßen besonders qualifizierte Azubis im dritten Lehrjahr einen Tag lang gemeinsam mit Ausbildern, Lehrern und Vertretern der Kfz-Innung in einer Klasse. Eine besondere Ehre für die Jugendlichen, denn das Thema Digitalisierung steht bei ihnen hoch im Kurs. "Der Beruf hat an Bedeutung gewonnen und macht so auch viel mehr Spaß. Nur schrauben war gestern und ist langweilig", meinten einige Teilnehmer.

Der Vormittag ergab umfangreiche Einblicke in die Lernsoftware Electude. Jeroen Smetsers aus Nuenen/Niederlande stellte elektronische Lernmodule, Programme und digitale Messgeräte vor. Ab 13 Uhr folgte der Praxisteil mit Workshops in der Kfz-Lernwerkstatt der BBS. Dort stand ein Toyota Prius Plug-in hybrid, der für Ausbildungszwecke komplett umgebaut wurde.

Digitale Lernplattform: Signale aus dem Motor werden direkt aufgezeichnet, verknüpft und bearbeitet. Foto: Marita Kammeier


"Schaut rein, wo sind welche Teile eingebaut?" Teamleiter Thomas Schumann war zufrieden, denn die Azubis fanden sofort den Klimakompressor, das Hybrid-Steuergerät und den Konverter. Verzwickter war da schon die anschließende Fehlersuche im Hochvoltsystem. Verschiedene Prozesse wie Aufbau, Funktion und die Reparatur des Fahrzeugs folgten.

Mit interaktiven Bildern, Erläuterungen und Animationen arbeiteten die Teilnehmer am virtuellen Fahrzeug, überprüften die Handlung mit der Handykamera und wechselten wieder zum Hybridfahrzeug in der Werkstatt. Spannender kann Unterricht nicht sein, so lautete das Fazit am Ende der Tagung, die auf Wunsch der Teilnehmer zeitlich deutlich überzogen wurde.     


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