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20.02.2019, 14:03 Uhr KOMMENTAR

Gremien überstimmen sollte in Melle kein Alltag werden

Ein Kommentar von Michael Hengehold


Foto: Simone GraweFoto: Simone Grawe

Melle/Oldendorf. Eigentlich gab es bessere Argumente für die Neubau-Variante beim DRK-Kindergarten Oldendorf. Doch der Verwaltungsausschuss hat gleich zwei Gremien überstimmt. Das wird hoffentlich eine Ausnahme bleiben, wünscht sich unser Kommentator.

Am Ende hat sich also der Vorschlag der Verwaltung durchgesetzt. Der DRK-Kindergarten Oldendorf bekommt einen Anbau, das Altgebäude wird saniert. Drei bis vier Jahre werden die Kleinen dort mit Baulärm direkt vor der Tür leben müssen. Die Großen ebenfalls. Nicht schön.

Es gab gute Argumente für diese "Variante eins". Über eine halbe Million Euro geringere Kosten, auf dem Papier zumindest, schnellere Umsetzung, kein "Wir haben's ja"-Signal an andere Kitas.

Es gab bessere Argumente für "Variante vier", die Neubau-Version am anderen Ort: kein jahrelanger Baulärm, funktionsgerechtes Gebäude statt langer Schlauch, schlechte Verkehrssituation am alten Standort, weitere städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten wie die Einbeziehung eines Bäckers und einer Tagespflege.

Nicht zu vergessen: Die Voten des Ortsrates und des Ausschusses für Gebäudemanagement. Beide wurden vom Verwaltungsausschuss überstimmt. Ein Gottseidank nicht alltäglicher Vorgang, sonst kann man sich diese Vorinstanzen nämlich zukünftig sparen.

Nun monieren Oldendorfer Kommunalpolitiker, die Verwaltung habe die Möglichkeit von Alternativstandorten nie intensiv geprüft, sei voreingenommen. Der Eindruck ist in der Tat entstanden. Doch der Ortsrat muss sich vorhalten lassen, viel zu lange zögerlich agiert zu haben. Manchmal gewinnt man. Und manchmal lernt man was.


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