Ausschuss überstimmt Votum DRK-Kindergarten Melle-Oldendorf: Anbau und Sanierung

Das Bestandsgebäude kann nur seitlich (nach rechts) erweitert werden. Die weißen Dächer sind die Containerräume. Foto: Google Kartendaten 2019 GeoBasis-DE/BKGDas Bestandsgebäude kann nur seitlich (nach rechts) erweitert werden. Die weißen Dächer sind die Containerräume. Foto: Google Kartendaten 2019 GeoBasis-DE/BKG
Google Kartendaten 2019 GeoBasis-DE/BKG

Melle/Oldendorf. Anbau? Neubau? Neubau am Standort? Neubau woanders? Der DRK-Kindergarten in Oldendorf war am Dienstagabend das einzige Thema im Ausschuss für Gebäudemanagement, dessen Votum anschließend der Verwaltungsausschuss abräumte.

Stadtbaurat Holger Clodius hatte noch einmal gerafft erläutert, warum die Verwaltung Variante eins (von vier) favorisiert: Anbau und spätere Sanierung des Altgebäudes. Um 600.000 Euro geringere Baukosten als die vom Ortsrat Oldendorf erkorene Variante vier (Neubau am anderen Ort), geringere Bewirtschaftungskosten, schneller umsetzbar. Diese Argumente seien nicht von Hand zu weisen, fand Clodius.

"Ein sehr schmaler Zuschnitt"

Von der Sorte hatten allerdings auch die Fraktionen ein paar parat. Das Alt-Grundstück sei nicht geeignet, meinte Reinhardt Wüstehube, auch weil es eine Baugrenze gebe, also nicht überall gebaut werden kann. Deshalb ist nur eine Verlängerung des Bestandsgebäudes möglich. "Ein sehr schmaler Zuschnitt", kritisierte der Grüne. Aktuelle pädagogische Standards umzusetzen, sei nicht so möglich wie in einem Neubau und deshalb, "bei allen Problemen wie dem Zeithorizont": Variante vier.

"Grundstück für Neubau stehr gar nicht zur Verfügung"

Kosten und Zeitrahmen führte wie Clodius auch Thomas Schulke ins Feld. Eine pädagogisch vernünftige Lösung werde gelingen und das DRK als Träger könne auch mit Variante eins gut leben. Die verkehrliche Situation sei allerdings eine Herausforderung, da solle die Stadt schauen, ob nicht Grundstücke in der Nachbarschaft zu bekommen seien, um Parkplätze und mehr Platz für die Kinder zu ermöglichen. Ein Grundstück für einen Neubau allerdings stehe gar nicht zur Verfügung, konstatierte der Christdemokrat. 

"Das Grundstück gibt es sehr wohl"

Das gebe es sehr wohl, konterte Annegret Mielke, wohingegen der jetzige Standort ein "abschüssiges Gelände an einer Landesstraße" sei, das eine abermalige Erweiterung nicht zulasse. Außerdem stelle die SPD die Mehrkosten infrage, denn wenn woanders neu gebaut werde, habe die Stadt im Gegenzug ein Grundstück zu veräußern. Ihr Fraktionskollege Gerhard Bossmann konnte dem Clodius-Argument, die Verwaltung müsse die wirtschaftlichste Variante anpeilen, nicht folgen. Vielmehr sei die "zukunftssicherste" zu wählen. 

Noch größer solle die Kita ohnehin nicht werden, entgegnete Bernd Gieshoidt Annegret Mielke, mit dem jetzt geplanten Anbau sei das Maximum erreicht. 

"Für drei bis vier Jahre eine Baustelle"

Aus pädagogischer Sicht spreche alles für einen Neubau andernorts, sagte Peter Spiekermann. Zumal auf dem vom Ortsrat ins Auge gefassten Grundstück "eine ganz andere Entwicklung" möglich sei, so der UWG-Vertreter mit Blick auf Überlegungen, eine Tagespflege, einen Bäcker und Wohnungen zu integrieren. Im Übrigen bedeute Variante eins, "dass die Kinder für drei bis vier Jahre auf einer Baustelle betreut werden". Das könne man ja "pädagogisch nutzen", schlug Christian Terbeck (CDU) vor: "Kinder finden Baustellen interessant."

"Der Kindergarten gehört ins Zentrum des Dorfes, nicht auf die grüne Wiese", meinte Johannes Marahrens (FDP): "Kurze Beine, kurze Wege."

"Eine Verhohnepipelung"

Genau da liege das Alternativ-Grundstück ja, konterte Alfred Reehuis (Grüne), der Wirtschaftlichkeit als  Verhältnis von Kosten und Nutzen definierte, nicht als reine Kosten: "Das darf man nicht verwechseln." Dass der Ausschuss in der zurückliegenden Sitzung das Thema noch einmal an den Ortsrat zurückverwiesen habe, aber CDU und FDP dessen 10:4-Votum nun nicht folgen wollten, sei im Übrigen "eine Verhohnepipelung".

Für Variante eins stimmten im Anschluss CDU und FDP (fünf Stimmen), dagegen SPD, Grüne, UWG (sechs) und für Variante vier genau anders herum: CDU/FDP dagegen, linkes Lager dafür. Da jedoch im sich unmittelbar anschließenden Verwaltungsausschuss andere Mehrheitsverhältnisse herrschen, weil Bürgermeister Reinhard Scholz mit abstimmen darf, wurde dort mit sechs zu fünf Stimmen der Verwaltungsvorschlag bindend beschlossen.


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