Anwohnerkritik im Ortsrat In Wellingholzhausen wird gebaut

Von Marita Kammeier

So soll die neue Kita aussehen: Den aktuellen Planungsstand zum Ausbau der "Sonnenblume" stellte Guido Kunze, Leiter Gebäudemanagement, im Ortsrat Wellingholzhausen vor. Foto: Marita KammeierSo soll die neue Kita aussehen: Den aktuellen Planungsstand zum Ausbau der "Sonnenblume" stellte Guido Kunze, Leiter Gebäudemanagement, im Ortsrat Wellingholzhausen vor. Foto: Marita Kammeier

Wellingholzhausen. Den aktuellen Planungsstand zum dringend benötigten Anbau der Kita Sonnenblume stellte Guido Kunze vom Gebäudemanagement in der Ortsratssitzung des Meller Stadtteils Wellingholzhausen vor. Heftige Kritik kam in der gut besuchten Einwohnerfragestunde.

In dem Meller Stadtteil fehlen 18 Krippen- und 14 Kindergartenplätze. Die derzeitig genutzten mobilen Raumlösungen kommen an die Grenze, wie Kita-Leiterin Sabine Marks-Bartels schilderte. Es besteht daher ein zusätzlicher Bedarf an drei Gruppenräumen. Die von der Verwaltung bevorzugte Lösung sieht einen Anbau an die nördliche Kita mit Verschiebung des Sportplatzes vor. Dieser Plan erhielt einhellige Zustimmung sowohl in den Ausschüssen wie auch vom Ortsrat und der Kita-Leitung.     

In der Sitzung, die treffenderweise im evangelischen Kindergarten stattfand, informierte der Leiter des Gebäudemanagements ausführlich über die Planung des Architekturbüros Stephan Leiwe. Ein Neubau auf der "grünen Wiese", wie es die erste Variante vorsah, sei unrealistisch, erklärte Guido Kunze. In seiner Präsentation skizzierte der Fachmann verschiedene Lösungsmöglichkeiten und Bewertungen sowie das detaillierte Raum- und Funktionsprogramm. "Die zweite, aktuelle Variante ist kostengünstiger, kompakter und unabhängig von Grundstücksankäufen." Die Verschiebung des Sportplatzes sei ein wirtschaftlicher Vorteil ebenso wie die frühzeitige Auflösung der Container, betonte Kunze.    

In der Einwohnerfragestunde meldeten sich etliche der 13 Anwesenden zu Wort, die regen Anteil nahmen an der Verkehrssituation in ihrem Stadtteil und teils heftige Kritik an Baumaßnahmen äußerten. So kritisierte Hans Schrage, Anwohner der St.-Konrad-Straße: "Unsere Straße wurde bereits mehrfach aufgebuddelt. Wir lehnen eine Kostenbeteiligung ab." Die Straße stehe seit Langem auf der Liste, und die bundesweite Diskussion zu Straßenausbau-Beiträgen werde Thema im Rat sein, antwortete Ortsbürgermeister Bernd Gieshoidt, fügte jedoch hinzu: "Wir müssen nicht in diesem Jahr bauen."  

"Die Gemeinschaft ist gar nicht so toll wie immer behauptet. Mich nerven die grölenden Fußballspieler", machte ein Anlieger des Sportplatzes seinem Unmut Luft. "Der Sportplatz wird vielfältig genutzt. Wir haben keine Privatsphäre mehr", bemängelte ein weiterer Bürger. "Warum werden die Anlieger nicht frühzeitig ins Boot geholt?", wollte ein weiterer Redner wissen.

Guido Kunze erläuterte die nächsten Aufgaben: "Wir arbeiten mit Hochdruck an der Bewertung." Weitere Schritte werden daher sein: Einleitung des Baugenehmigungsverfahrens, ein Lärmschutzgutachten, die Beteiligung der Anlieger und ein Zeitplan.

Notizen aus der Sitzung

Radweginitiativen: Der Ortsbürgermeister informierte darüber, dass die Stadt wie gefordert mit beiden Vereinen (Allendorfer Straße und L94 Himmern) Verträge abschließen wird. Die Landtagsabgeordnete Gerda Hövel setzt sich dafür ein, dass es für Bürgerradwege einen eigenen Haushaltstitel gibt. Damit haben beide Initiativen die Chance, einen Teil der Finanzierung vom Land zu erhalten.

Neues Feuerwehrhaus: Die Auftragsvergabe ist erfolgt, Planungen mit Projektsteuerung laufen. Der Zeitplan sieht eineinhalb bis maximal zwei Jahre für die Fertigstellung vor.

Straße Gausekamp: Der Endausbau beginnt in Absprache mit dem Land Niedersachsen erst ab Juni 2019, da die Strecke eventuell als Umleitung benötigt wird während der umfassenden Sanierungsarbeiten der Ortsdurchfahrtsstraßen.

Ausbau L 94/L 95: Im Sommer sollen die Arbeiten mit Deckenerneuerung, Verlegen von Wasserleitungen und Kanalerneuerung starten. Eine Vollsperrung wird unvermeidbar sein.

Finanzmittel: Einstimmige Beschlussfassungen zur Vergabe von 500 Euro an den Schützenverein Wellingholzhausen und 250 Euro für das 100-jährige Jubiläum des TV Wellingholzhausen.


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