Emotionales Wiedersehen bei der Tierhilfe Kätzchen aus Melle taucht nach 13 Jahren wieder auf

Sichtlich wohl fühlt sich die Katzendame Jule bei der Tierhilfe Melle mit Michael Lampe. Foto: Martin HeuerSichtlich wohl fühlt sich die Katzendame Jule bei der Tierhilfe Melle mit Michael Lampe. Foto: Martin Heuer

Melle.. Es war vor 13 Jahren, als Kätzchen Jule plötzlich verschwand. Annette Sewöster aus Wellingholzhausen war damals sehr traurig. Doch vor wenigen Tagen tauchte Jule zur Freude ihrer ehemaligen Besitzerin wieder auf - als erwachsene Katze im reifen Alter.

Dank ihrer Registrierung - einer Tätowierung im Ohr - bei der Tierschutzorganisation Tasso, die Europas größtes Haustierregister betreibt, hat die Katze, die mittlerweile im Seniorenalter ist, die Chance, wieder zu ihren Menschen zurückzukehren.

Vor einigen Tagen wurde Jule  im Tierheim der Tierhilfe Melle abgegeben, weil sie bei einer Dissener Familie auf der Terrasse saß und nicht mehr weggehen wollte. Mit Hilfe der Tasso-Mitarbeiter gelang es, die Tätowierung im Ohr der Katze zu entziffern. Sie war in der Datenbank registriert und so war schnell klar, wer ihre Familie ist. 

Überraschende Nachricht

Kurze Zeit später klingelte das Telefon bei Familie Sewöster.  Die völlig überraschende Nachricht erfreute die ehemalige Katzenmutti.  „Ich habe schon lange nicht mehr daran geglaubt, dass Jule noch lebt“, erzählt Anette Sewöster. „Ich war zwar sicher, dass sie damals bei einer Familie untergekommen ist, in der sie es gut hat, aber dass sie so alt wird, hätte ich nicht erwartet.“ Immerhin: Jule ist nun schon fast 15 Jahre alt. 

 „Ich hatte früher  immer befürchtet, dass ihre Zutraulichkeit Jule eines Tages zum Verhängnis werden könnte“, erzählt Anette Sewöster. Ihr junges Kätzchen hatte schon immer Spaziergänger auf sich aufmerksam gemacht und sich von ihnen streicheln lassen.  

Fellzeichnung entlarvt Katze

Im Tierheim Melle gab es nun ein außergewöhnlich emotionales Wiedersehen: „Ich hatte sie ganz anders in Erinnerung, aber sie ist ja auch verschwunden als sie noch ganz jung war. Allerdings ist ihre besondere Fellzeichnung unverwechselbar", berichtet Annette Sewöster, die bei der Begegnung Gänsehaut hatte. Jule erkannte ihr früheres Frauchen dagegen nicht. "Aber sie kam auch gerade vom Tierarzt, wo sie eine Infusion bekommen hatte und wollte wahrscheinlich ihre Ruhe haben.“ 

Die Tierschützer der Tierhilfe Melle sind sicher: In den letzten Monaten war Jule draußen auf sich allein gestellt. Sie hatte kräftig abgebaut und muss nun erstmal aufgepäppelt werden. Um in Ruhe zu Kräften zu kommen, bleibt sie zunächst im Tierheim, wo sie nach den ersten Tagen schon gute Fortschritte macht. In der Obhut von Gabi und Michael Lampe findet sie auch das notwendige Vertrauen zu Menschen wieder.  

Gemeinsamer Lebensabend?

Anschließend dürfte sie gerne wieder bei Familie Sewöster einziehen. Für Anette Sewöster ist das keine Frage: „Man kann doch so ein altes Tier nicht einfach im Stich lassen“, erklärt sie entschieden. Allerdings lebt in der Familie seit einigen Jahren auch ein Hund aus dem Tierschutz, der keine großer Katzen-Fan ist. Ob die beiden Tiere harmonieren, müssen alle Beteiligten erst ausprobieren. Sollten sie Freunde werden, steht einem gemeinsamen Lebensabend für Hund und Katze nichts im Wege. 

Lediglich wenn sich die Menschen melden würden, bei denen Jule in den vergangenen Jahren gelebt hat, würde Familie Sewöster ihre Katze jemand anderem überlassen. „Es wäre ihr gegenüber nicht fair, sie zu behalten, nur weil sie eigentlich unsere Katze ist. Sie hatte bestimmt in der Zwischenzeit ein anderes Zuhause, das ihr natürlich auch noch viel vertrauter ist, als unseres.“


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