Vom Hubschrauber in Melle aufgespürt Marihuanaschmuggel: 33-Jähriger bleibt im Gefängnis

Vor dem Amtsgericht in Osnabrück musste sich am Montag ein Mann aus Warschau verantworten. Er war im Oktober der Polizei nach einer Verfolgungsjagd in Melle ins Netz gegangen. Symbolfoto: dpaVor dem Amtsgericht in Osnabrück musste sich am Montag ein Mann aus Warschau verantworten. Er war im Oktober der Polizei nach einer Verfolgungsjagd in Melle ins Netz gegangen. Symbolfoto: dpa

Osnabrück/Melle. Ein 33-Jähriger aus Warschau musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Osnabrück verantworten. Er war der Polizei im Oktober vergangenen Jahres mit mehr als einem Kilo Marihuana ins Netz gegangen.

Das hatte der Warschauer, wie er offen zugab, in Holland in einem Coffee-Shop gekauft. 4500 Euro will er dafür gezahlt haben.

Auf der Rückfahrt nach Polen schnappte die Polizei den Mann zunächst auf der A30 zwischen Riemsloh und Bruchmühlen. Der Warschauer konnte fliehen, wurde allerdings später von einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera in seinem Versteck in einem Gebüsch aufgespürt. Die Reisetasche mit den Drogen hatte er bei seiner Flucht weggeworfen, die Beamten konnten sie allerdings aufspüren.

Direkt nach seiner Festnahme landete der Pole im Gefängnis. Und er zeigte sich schon damals geständig. Den Besitz und die Einfuhr der Drogen gab er offen zu. Dass er damit Handel treiben wollte, stritt er dagegen ab. Wie sein Verteidiger im Rahmen der Verhandlung betonte, soll es sich um den reinen Eigenbedarf in Form eines mehrere Monate reichenden Vorrats gehandelt haben.

Denn: Sein Mandant habe bis zu seiner Inhaftierung im Oktober täglich zwei oder mehr Gramm Marihuana konsumiert und auch seinen Freunden in Polen etwas angeboten, wenn sie zu Besuch bei ihm waren – ohne dafür Geld als Gegenleistung zu kassieren.

Eine solch enorme Menge als Eigenbedarf anzuschaffen, wollte der Staatsanwalt nicht glauben. Und auch der Richter äußerte seine Bedenken an dieser Variante: „Das ist wirklich wenig glaubhaft, zumal der Wirkstoff durch lange Lagerung leidet.“

Der Verteidiger ließ hingegen nicht locker und appellierte an die beiden Schöffen, dass sie sich im Rahmen der Urteilsfindung nicht vom Richter und seinen Erfahrungen lenken lassen sollten. Eine Einfuhr der Drogen sah der Anwalt nicht. Er betonte mehrfach, dass der 33-Jährige sich schließlich nur auf der Durchreise befunden habe.

Dass aber auch die Durchreise eine Einfuhr sei, sah das Gericht als erwiesen an. Und so verhängte es eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten. Der Warschauer wird somit weiter im Gefängnis bleiben. Ob er gegen das Urteil Berufung einlegen wird, ist unklar.


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