Sologenüsse mit Einfühlungsvermögen 114 Schüler präsentieren in Melle anspruchsvolles Konzert

Von Conny Rutsch

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Melle Ein winziger Ortsteil Nordhorns mit seinem Kloster ist namengebend für traditionsreiche Schülerkonzerte: Frenswegen. Und die dazu gehörenden Zahlen sprechen für sich. 114 Schüler von den Gymnasien Bersenbrück, Lingen, Nordhorn und Melle unter der Leitung von acht Dirigenten konzertierten am Samstag im Forum Solarlux in Melle.

Am Ende strahlten die jungen Musiker über ihren Erfolg mit den zu recht stolzen Musiklehrern um die Wette. Nach drei erfolgreichen Konzerten – schon Freitag gastierten sie in Nordhorn und Samstag in Bersenbrück - fielen Anspannung und Aufregung von den Künstlern ab und gaben Erleichterung Raum

Musikalischer Spagat

Was hatten die Schüler aber auch geleistet: eine Woche lang probten sie gemeinsam im Kloster Frenswegen ein Konzertprogramm ein, das abwechslungsreicher und spannender nicht sein konnte. Mit der Ouvertüre zu Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ startete das anspruchsvolle Konzert und endete mit Auszügen aus „Les Misérables“ von Claude-Michel Schönberg. Dieser riesige musikalische Spagat erfordert ein Höchstmaß an Konzentration und Flexibilität aller Beteiligten.

Den ersten Sologenuss präsentierte Nina Aubke aus Melle mit dem zweiten Satz aus Carl Maria von Webers Klarinettenkonzert in f-moll. Mit großem Einfühlungsvermögen und wunderschönem Ton interpretierte sie die weiten romantischen Melodiebögen, die nicht nur viel und ruhig fließende Atemluft benötigen, sondern auch eine Menge musikalisches Herzblut.

Nach der Suite aus der „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz folgte ein Sprung in die Barockzeit mit dem ersten Satz aus dem Konzert für zwei Violinen und Streicher von Johann Sebastian Bach. Die beiden Konzertmeister des Orchesters, Johanna Grüter aus Bersenbrück und Bente Hinkenhuis aus Melle ließen keine Wünsche offen, intonierten ihre Parts blitzsauber und mit viel Gespür für die barocke Interpretationsvielfalt. Und auch die anspruchsvollen Läufe der basso-continuo-Begleitung in den Celli gelangen einfach großartig.

Ob ein sinfonischer Satz von Beethoven oder der Ägyptische Marsch von Johann Strauß mit Gesangseinlagen der Instrumentalisten, ob Star Wars oder Les Misérables: den jungen Leuten war die Freude an der Musik trotz großer Konzentration anzumerken. Und dieser Funke sprang direkt ins Publikum über, das die Schüler mit frenetischem Beifall im Stehen entlohnte und zwei Zugaben erhielt.

Dass Musik auch in der Firma Solarlux einen hohen Stellenwert besitzt, hatte Geschäftsführer Stefan Holtgreife in seiner Begrüßung betont.

Würdigung für Bente

Und William Pollmann, Schulleiter des Gymnasiums Melle, zollte den Schülern für ihre intensive Probenarbeit in Frenswegen hohe Achtung und würdigte am Ende die acht Musiklehrer, die alle je ein Werk dirigiert hatten: Jana Barlage, Maike Brockmeyer, Jennifer Mühlsteff vom Gymnasium Bersenbrück; Alexander Neubauer, Gymnasium Georgianum Lingen; Andrea Giesecke von Bergh, Gmnasium Nordhorn sowie Jan Mons, Petra van Verth und Eva-Maria Witte vom Gymnasium Melle.

Bente Hinkenhuis, der junge Kapellmeister, erhielt eine besondere Würdigung für seine Verdienste um die Musik am Meller Gymnasium. Der Abiturient hatte schon im Unicef-Konzert mit einem eigenen Arrangement aufmerken lassen und zeigte nun im Konzert eine weitere musikalische Seite: zur Star-Wars-Suite wechselte er vom Violinenpult an den weißen Solarlux-Flügel.

Gemeinsam musizieren, Freunde wiederzusehen und ein Dreikonzerteziel verfolgen: das alles machen die Frenswegenkonzerte für die Schüler aus, die zeigten, wie wichtig ihnen die Musik ist. Dass William Pollmann ihnen zur Belohnung zwei Schulstunden schenkte, löste bei den jungen Leuten Jubel aus.


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