Rückbau im Gewerbepark Gesmold Mischturm in Melle wird abgebaut


Melle. Die Tage des Asphaltmischwerks in Gesmold sind gezählt: Die Abbauarbeiten an dem Mischturm haben begonnen. Bis zum 15. Februar muss die Anlage zurückgebaut sein.

Ein riesiger Spezialkran, wuchtige Baufahrzeuge und eine Hubvorrichtung, auf der zwei Kollegen mit Schutzhelmen zu sehen sind: Vor wenigen Tagen sind die weithin sichtbaren Rückbauarbeiten am Asphaltmischwerk im Gewerbepark in Gesmold gestartet.

„Damit kommt die Firma Bunte endlich der politischen Forderung nach, die Asphaltmischanlage abzubauen“, äußerte sich ein Sprecher des Meller Bauamtes auf Anfrage unserer Redaktion. Nach seiner Aussage hat es mit dem Abbau so lange gedauert, weil die Firma Bunte für das abzubauende Mischwerk einen neuen Standort finden musste. Dies habe einige Zeit in Anspruch genommen. So werden die Teile nicht zwischengelagert, sondern abtransportiert und gleich wieder an anderer Stelle aufgebaut. Wo dies der Fall sein wird, konnte der Sprecher des Bauamtes nicht sagen. Für den Abbau der Anlage hat die Stadt der Firma Bunte eine Frist bis zum 15. Februar gesetzt.

Die Geschichte um das Asphaltmischwerk beschäftigt Gesmold schon lange, denn auf der einen Seite stehen die berechtigten wirtschaftlichen Interessen der beteiligen Firmen Bunte und Wesseler, auf der anderen die der Anwohner, die sich in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sehen.

Ausgangspunkt des langjährigen Verfahrens ist ein Antrag der Firma Bunte auf Änderung des Bebauungsplanes gewesen, um somit eine dauerhafte Genehmigung des Betriebs zu erhalten. Sowohl der Ortsrat als auch der Verwaltungsausschuss erteilten dem Antrag im Frühjahr 2015 allerdings eine Abfuhr, was Bunte aber so nicht hinnehmen wollte, denn sie hatt die Absicht, die Anlage dauerhaft zu betreiben.

Thema polarisiert

Somit geriet ein jahrelanger Rechtsstreit ins Rollen. Die Firma Containertransporte Wesseler beantragte als Eigentümer des Grundstücks beim Gewerbeaufsichtsamt den dauerhaften Betrieb, allerdings ohne Erfolg: Das Gewerbeaufsichtsamt lehnte den Antrag von Wesseler mit der Begründung ab, dass die bauplanungsrechtlichen Genehmigungsvoraussetzungen nicht vorliegen. Gegen diesen Bescheid hat Wesseler Widerspruch erhoben, wiederum ohne Erfolg: Im Juli 2016 wies die Behörde den Widerspruch zurück.

Auch dagegen ging Wesseler vor und reichte Klage gegen den Widerspruch des Gewerbeaufsichtsamtes im August 2016 beim Verwaltungsgericht Osnabrück ein. Nach fast zwei Jahren, im Mai vergangenen Jahres, wurde die Klage abgewiesen.

Begründet wurde das Urteil im Wesentlichen mit der bauplanungsrechtlichen Unzulässigkeit des Vorhabens. Wesseler hat daraufhin einen Antrag auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil gestellt, ihn aber in einem Schreiben an das Oberverwaltungsgericht Lüneburg (OVG) wieder zurückgenommen. Am 30. Juli vergangenen Jahres hat das OVG dann beschlossen, das Berufungszulassungsverfahren einzustellen. Die Sache war somit juristisch erledigt. Wenig später ist mit den ersten Abräumarbeiten begonnen worden.

Sichtbare Abbrucharbeiten sind nun seit wenigen Tagen im Gange. Ein großer Spezialkran ist aufgebaut worden, so dass die einzelnen Elemente nun abgebaut und an anderer Stelle wieder neu errichtet werden können.

Die Firma Bunte wollte auf Anfrage unserer Redaktion keine aktuelle Stellungnahme abgeben.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN