Vorm Abgeben noch schnell Abschmücken Hunderte Tannenbaumsammler in Meller Stadtteilen aktiv

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Melle Mit ausgedienten Tannenbäumen voll beladene Anhänger waren am Samstag in allen Stadtteilen der Flächenstadt Melle unterwegs. Nach groben Schätzungen waren wohl mehr als 500 Tannenbaumsammler im Einsatz, die wieder einige kuriose Erfahrungen machten.

Die Sammlungen brachten mehrere tausend Euro für verschiedene gute Zwecke ein, aber auch Süßigkeiten für die Kinder und Schnäpse für die Erwachsenen.

Vor allem in den Orten mit frühem Start waren zwischen acht und zehn Uhr so manche Christbäume noch gar nicht abgeschmückt. „Je früher wir in eine Siedlung einbiegen, umso weniger Bäume stehen an den Straßen“, stellte Hans-Joachim Püttker fest. Da zogen es die fleißigen Sammler von der Riemsloher Kolpingsfamilie vor, sich zunächst vom ehemaligen Kolpingvorsitzenden Heinz Gieseking und dessen Frau Annette, wie jedes Jahr, ein reichhaltiges Frühstück servieren zu lassen. Danach hatten fast alle ihre Bäume an die Straße gestellt.

Schnaps und Süßigkeiten

„Bei einer Familie haben wir noch mitgeholfen, die Kugeln abzumachen“, berichtete Yasin Dönmez von der THW-Jugend, die zusammen mit dem Jugendrotkreuz Westerhausen im Stadtteil Oldendorf unterwegs war.

Die Problematik mit den Samstags-Langschläfern ist ebenso in Bruchmühlen bekannt. Auch deshalb beginnt die dortige Sammlung der Fördervereine von Schule und Kindergarten erst um 10.30 Uhr. „Aber auch wir schmücken jedes wieder den ein oder anderen Christbaum ab“, erklärt Volker Frenzel. Dabei handele es sich um ältere Menschen, die es selbst nicht mehr können.

Neben den Spendengeldern für viele gute Zwecke gab es an den Haustüren oft Süßigkeiten für die beteiligten Kinder.

Geld unter der Fußmatte

Für erwachsene Helfer wurde zuweilen auch mal ein Schnäpschen ausgeschenkt. Kleine Kinder waren vor allem an den Sammlungen rund um die Paulus-Kindertagesstätte beteiligt. Dabei wurden die Zwischenlager an den Enden der Siedlungsstraßen gelegentlich für eine Ruhepause in den weichen Tannennadeln genutzt, bis der Trecker zum Aufladen vorfuhr.

Die Spendenbeträge für das Abholen lagen meist bei fünf Euro, manchmal auch zehn Euro. Die höchste Einzelspende von 50 Euro wurde bei der Sammlung in Oldendorf verzeichnet, dort lag aber auch der Minusrekord bei nur einem Euro. In der Regel übergaben die Leute das Geld persönlich oder sie deponierten es in einem kleinen Geldsäckchen, das sie an dem Baum festgebunden haben.

„Wir hatten einen Anruf, das Geld liege unter der Fußmatte“, erzählte Simone Bruns, die Leiterin der Paulus-Kita. „Wir nehmen aber auch immer einige Bäume ohne Geld mit; andererseits gibt es Mitbürger, die Geld spenden, ohne einen Baum abzugeben“, berichtete Andreas Kükenbrink aus Bruchmühlen.

Die Fördervereine in Bruchmühlen unterstützen mit ihren Einnahmen die Schule und den Kindergarten. Die Eickener Handballer und Kindergarteneltern hofften auf einen 3000-Euro-Grundstock für die naturnahe Neugestaltung des Außenbereiches der Paulus-Kita. Die evangelische Jugend Buer, die im gesamten Kirchspiel einschließlich Düingdorf und Eicken-Buer sammelte, verwendet ihren Erlös für die Jugendarbeit der Martini-Gemeinde und für „Brot für die Welt“.

Trecker und Transporter

Ebenfalls für ihre Jugendarbeit sammelten die THW-Jugend und das Jugendrotkreuz Westerhausen in bunt gemischten Gruppen in allen Ortsteilen des Stadtteiles Oldendorf - mit eigenen Einsatzfahrzeugen und Transportern, die Firmen unentgeltlich zur Verfügung stellten.

Die Jugendfeuerwehren aus Wellingholzhausen und Neuenkirchen sammelten ebenfalls in sämtlichen Ortsteilen und Straßen für ihre Jugendorganisationen.

Mulch und Osterfeuer

Mädchenschulen in Kenia unterstützt die Meller Petrigemeinde, die gemeinsam mit der Kolpingsfamilie mit Treckern und Pkw-Anhängern im Einsatz war. „Die Gesmolder Pfadfinder spenden ihren Erlös für den Wünsche-Wagen des Arbeiter-Samariter-Bundes und die Caritas-Kindernothilfe Königsberg“, erklärte Simon Vahle von der DPSG-Ortsgruppe.

In Gesmold waren laut Phil Johanning rund 15 Erwachsene und 30 trotz Dauerregens gut gelaunte Kinder für die gute Sache im Einsatz.

Die Weihnachtsbäume aus Melle-Mitte wurden auf dem Hof des Gartenbaubetriebes Hüpel aufgeschichtet. Sie sollen geschreddert und zu Mulch verarbeitet werden.

In Gesmold wird ein Teil der Sammlung zu Pellets verarbeitet und thermisch verwertet. Ein anderer Teil wird für das Osterfeuer auf dem Loh gelagert. Osterfeuer mit vielen Tannenbäumen wird es auch in Bennien und in Riemsloh geben.


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