Kennzeichnung nun verpflichtend Einweg oder Mehrweg? Ein Blick genügt auch in Melle

Von Christoph Franken und Friedrich Niemeyer

Getränkeregale in den Supermärkten müssen seit dem 1. Januar eindeutig mit „Einweg“ und „Mehrweg“ gekennzeichnet sein. Foto: Friedrich NiemeyerGetränkeregale in den Supermärkten müssen seit dem 1. Januar eindeutig mit „Einweg“ und „Mehrweg“ gekennzeichnet sein. Foto: Friedrich Niemeyer

Melle. „Einweg“ oder „Mehrweg“ muss seit dem 1. Januar in Großbuchstaben an den Getränkeregalen in den Supermärkten stehen. Das schreibt das neue Verpackungsgesetz vor. Ein Rundgang durch mehrere Meller Supermärkte ergab: Das Gesetz wurde umgesetzt, nur ein Markt patzte.

Einweg oder Mehrweg? Wer in Deutschland Getränke kauft, der muss sich auch immer entscheiden, was später mit der Verpackung geschehen soll. Das neue Verpackungsgesetz schreibt den Händlern nun vor, die Getränke in den Regalen deutlich zu kennzeichnen.

Die neue Vorschrift trifft aber nicht nur auf Gegenliebe: Mechthild Möllenkamp, Präsidentin des Handels- und Dienstleistungsverbandes Osnabrück-Emsland, bezweifelt die Wirksamkeit dieser neuen Kennzeichnungspflicht. „Der Kunde hat auch vorher schon gewusst, ob er zu einer Mehrweg- oder Einwegverpackung greift. Das hilft ihm nicht weiter“, kritisierte sie.

Jetzt ohne Brille

Das sahen befragte Kunden in den Meller Supermärkten am Freitag anders. „“Jetzt steht das da groß und übersichtlich, sonst musste ich immer die Brille rausholen“, sagte Charlotte Uhlmannskotte vor einem großen Getränkeregal. Der Rentner Erwin Heumann pflichtete ihr bei. „So eine Flasche oder Dose muss man sonst doch tausendmal drehen, bis man den winzigen Hinweis auf der Verpackung sieht“.

Drei Jungs im Edeka-Geschäft an der Gesmolder Straße dagegen interessiert das Thema nicht. „Wir kaufen für eine Fete heute Abend ein und brauchen ein bunte Mischung aus Bier und Alkopops für unsere Mädels und für uns“, berichteten die Studenten Lars, Eike und Mike. Um die Entsorgung kümmerten sich dann ohnehin die Mädels in der WG.

Hilft der Umwelt

Lieselotte Kemming wiederum sieht das ganz anders. Ihr ist der Umweltgedanke wichtig. „Daher kaufe ich nur Mehrwegflaschen und die Regal-Kennzeichnung erleichtert mir das jetzt ungemein.“

Damit liegt sie voll auf der Linie des Umweltbundesamtes. Das verweist nämlich darauf, dass die Kennzeichnungspflicht an den Getränkeregalen den Mehrweganteil erhöhen soll.

Mechthild Möllenkamp ist nicht nur Handelsverbands-Präsidentin, sondern betreibt selber in Osnabrück fünf Edeka-Märkte. Sie ist keine Freundin des Einwegpfandes und führt aus eigener Kenntnis einen Grund an. Sie schätzt, dass jährlich fünf Prozent des Einkaufswerts der Pfandautomaten für Reparaturen aufgewendet werden müssten. „Diese Automaten stinken und sind ständig kaputt“, monierte sie.

„Nächste Woche“

In fast allen besuchten Meller Supermärkten prangen an den Getränkeregalen die neuen Hinweissschilder „Einweg“ oder Mehrweg.

Nur im E-Center in Gerden fehlen sie noch für den Großteil der meterlangen Regale. Ein freundlicher Sprecher des Marktes redete da auch gar nicht herum: Es habe Schwierigkeiten mit der Maschine gegeben, die die Aufdrucke produziere. Seine Chefin stehe deswegen bereits mit der Edeka-Zentrale in Minden in Kontakt. „Nächste Woche sind wir dann aber auch so weit“, ist sich der junge Mann sicher.


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