Vogel des Jahres 2019 leidet 900 Lerchenpaare sind in Melle bereits verstummt

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Hat die Feldlerche in Melle noch eine dauerhafte Zukunft? Foto: Eckhard LietzowHat die Feldlerche in Melle noch eine dauerhafte Zukunft? Foto: Eckhard Lietzow

Melle Die Feldlerche, deren Gesang Generationen der Meller Landbevölkerung erfreute und die zum Vogel des Jahres 2019 gekürt wurde, steht im Meller Stadtgebiet fast am Abgrund.

Zählte sie in Melle nach Auskunft der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) mit rund 1400 Paaren um 1990 noch zu den charakteristischen Vogelarten in der Region, sei ihr Bestand von 1030 Paaren auf nunmehr 151 Paare um 85 Prozent eingebrochen. „Das bedeutet, dass Melle auf über dreiviertel seiner Fläche binnen knapp 30 Jahren rund 900 Lerchenpaare verloren hat“, unterstrich Volker Tiemeyer vom Vorstand der SON. „Dieser Rückgang hat einen Umfang erreicht, dessen Ausmaß unser bisheriges Vorstellungsvermögen deutlich übertrifft.“ Unter diesen Vorzeichen erhalte jedes einzelne Vorkommen der Feldlerche eine ganz neue Bedeutung“.

Beratung für Landwirte

Das Bündnis Klar Melle, zu dem neben der SON der Kreislandvolkverband, die Jägerschaft und die Stadtverwaltung zählen, hat sich jetzt der Lage angenommen. Dabei geht es in erster Linie darum, für die Lerchen günstige Lebensraumelemente zu schaffen und eine optimierte Nahrungsverfügbarkeit zu gewährleisten. Ein entsprechendes Beratungsangebot richtet sich an Landwirte und weitere Flächenbesitzer wie Kommunen und Kirchengemeinden.

Heinrich Kinnius, Geschäftsführer des Kreislandvolkverbands, führte aus, dass bereits mehrere Meller Landwirte das Beratungsangebotgenutzt und auf freiwilliger Basis so genannte Feldlerchen-Fenster angelegt hätten. „Um der gefährdeten Singvogelart in Melle weiter unter die Arme zu greifen, möchten wir Landwirte ermuntern, sich der vorbildlichen Aktion ihrer Kollegen anzuschließen und ein paar Quadratmeter für die Optimierung der Feldlerchen-Lebensräume bereitzustellen“, so der Appell von Kinnus. Er verwies auch auf die unverbindliche und kostenlose Beratung durch die Mitarbeiter der Klar-Geschäftsstelle, denn nicht jede Ackerfläche eigne sich für die Maßnahmen.

Erfassung wird ausgedehnt

„Es wäre doch sehr schade, wenn die gute Tat keine Früchte trüge, weil das hergerichtete Areal zu dicht am Wald liegt oder aus anderen Gründen von der Feldlerche nicht besiedelt werden kann“, ergänzte Fritz Mithöfer für die Jägerschaft.

Die Feldlerche ist zur Brutzeit auf niedrige und lückige mit offenen Bodenstellen ausgestattete Gras- und Getreidebestände angewiesen. Somit seien es vor allem Landwirte, die es der Feldlerche überhaupt erst ermöglichen, geeignete Lebensräume vorzufinden, erklärte Tiemeyer für die SON. Für das Sommerhalbjahr 2019 werde die Feldlerchen-Erfassung zudem auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt. fr


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