Stellenausschreibung im Februar „Eigenwillige“ Gemeinde in Buer sucht neuen Pastor

Von Michael Hengehold und Kirsten Muck

Nicht mehr in Buer, dafür jetzt im Landkreis Celle: Pastor Ingo Krahn (links) beerbt in der St. Mariengemeinde in Wienhausen Pastor Diederik Noordveld. Foto: Oliver KnoblichNicht mehr in Buer, dafür jetzt im Landkreis Celle: Pastor Ingo Krahn (links) beerbt in der St. Mariengemeinde in Wienhausen Pastor Diederik Noordveld. Foto: Oliver Knoblich

Buer Wie geht es in der evangelischen Martinigemeinde Buer nach dem Abgang von Pastor Ingo Krahn nun weiter?

In dieser Woche kam der Kirchenvorstand zur ersten Sitzung des neuen Jahres zusammen. Auf der Tagesordnung stand natürlich auch die Neubesetzung der Pastorenstelle. „Wir werden die Stelle im Februar ausschreiben. Eine Stellenanzeige wird gerade erstellt und dann im Online-Portal der Landeskirche veröffentlicht. Dann kann sich jeder über die Landeskirche bewerben“, sagt der Kirchenvorstandsvorsitzende Falk Bischoff (37) auf Anfrage. Besetzt werden könne die Stelle theoretisch umgehend, sofern es Bewerber gebe.

Sollte es mehrere Interessenten geben, würde der Kirchenvorstand entscheiden, welchen Kandidaten er für den geeigneten hält.

Kann Monate dauern

Wie schnell die Stelle wieder besetzt werden kann, ist aus Bischoffs Sicht schwer einzuschätzen: „Das kann Wochen dauern, aber auch Monate. Wir sind aber optimistisch, dass wir einen neuen Pastor oder eine Pastorin finden werden.“

Ein Vorteil sei, dass die Stelle in Buer im Gegensatz zu vielen anderen Pastorenstellen eine Vollzeitstelle sei. Für einen jungen Pastor oder eine Pastorin sei das sicherlich interessant, glaubt Bischoff. Außerdem sei die Martinigemeinde eine sehr aktive Gemeinde mit einem eigenen Altenheim, einem Kindergarten und vielen Gruppen. An Aufgaben und Herausforderungen mangele es also nicht.

Allerdings leidet auch die Evangelische Kirche unter Pfarrermangel. Und die jüngsten Vorgänge seien nicht dazu angetan, die Attraktivität der Stelle in Buer zu erhöhen, sagt ein Insider: „Die Landeskirche ist ein Dorf.“ Da habe die „schlechte Stimmung“ in Buer sich natürlich herumgesprochen. Benötigt werde angesichts „einiger eigenwilliger Persönlichkeiten im Kirchenvorstand“ nun ein profilierter Pastor mit Rückgrat. Zwar habe der neue Kirchenvorstand mit erstmals Falk Bischoff an der Spitze schon deutlich mehr Ruhe reingebracht, trotzdem sei in jüngster Zeit viel Porzellan zerschlagen worden, „mit einem schweren Imageschaden für die gesamte Kirchengemeinde.“

Die laufende Arbeit in Buer wird, während die Ausschreibung läuft, aber nicht brach liegen, betont Falk Bischoff. Offiziell gewählter Vakanzvertreter – so die korrekte Bezeichnung – für die Martinigemeinde ist Pastor Matthias Hasselblatt, der eine halbe Stelle ausfüllt. Ihm zur Seite stehen die Pastorinnen Petra Rauchfleisch und Astrid Bunselmeyer. Das Trio werde nicht nur Gottesdienste feiern, sondern auch seelsorgerische Arbeit leisten.

Schwellenangst nehmen

Pastor Ingo Krahn wird am 27. Januar in sein neues Amt in der Gemeinde St. Marien in Wienhausen im Landkreis Celle eingeführt. Er tritt eine Stelle an, die vier Monate lang vakant war.

Wienhausen hat nur 4000 Einwohner, ist damit etwas kleiner als Buer, das 4700 Einwohner zählt. Außerdem wird er parallel noch eine Gemeinde in Eicklingen betreuen. Dort ist Krahn auch schon mit seiner Frau und den beiden Söhnen in das Gemeindehaus eingezogen. Krahn sagte der Celleschen Zeitung, er wolle den Menschen die Schwellenangst vor der Kirche nehmen und auch die erreichen, die nicht sonntags in die Kirche gehen.


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