„Unbestätigte Wolfssichtung“ Sind drei Wölfe am Kellenberg bei Melle unterwegs?

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Oldendorf/Bad Essen. Der Wolf ist möglicherweise auch im Grenzgebiet zwischen Melle und Bad Essen angekommen: Ein Jäger will jetzt drei Jungtiere im Bereich Großer Kellenberg/Linner Berge gesehen haben.

Die Sichtung ist seit wenigen Tagen das Gesprächsthema in den Jägerschaften Melle und Wittlage. Erwin Turowski, der zuständige Hegeringleiter in Oldendorf, sprach mit Blick auf den Jäger von einer „zuverlässigen Quelle“. Der Mann habe am vergangenen Samstag auf einer Kuppe im Bereich der Linner Berge angesessen, als ihm die drei Wölfe entgegengekommen seien. Der Jäger habe den Vorfall gemeldet. Er selbst, Turowski, sei ebenso wie weitere Hegeringleiter von Melles Kreisjägermeister Fritz Mithöfer informiert worden. (Weiterlesen: Im Osnabrücker Südkreis aufgetauchtes Tier „definitiv“ ein Wolf)

Mithöfer bestätigte die Form der Meldungskette. Gleichzeitig bedauerte er, dass „leider keine Fotos“ von den drei Wölfen hätten aufgenommen werden können. Insofern gebe es nur die Zeugenaussage des Jägers. Einige Meller Jäger haben nach Mithofers Angaben in ihren Revieren Wildkameras aufgestellt.

Vermutlich Jungwölfe

Mithöfer geht davon aus, dass es sich bei den Tieren um Jungwölfe handelt. Die würden ab jetzt bis in den April hinein von ihren bisherigen Rudeln verdrängt, damit sie sich ein eigenes Revier suchen. Die Hinweise auf die Wolfssichtung sei insbesondere für Jäger wichtig, die im Bueraner Bereich mit Jagdhunden unterwegs seien. Daher sei die Sichtung auch innerhalb der Jägerschaft kommuniziert worden.

Jägermeister Christopher Mönter von der Jägerschaft Wittlage sagte, es habe für den genannten Bereich schon zuvor die Vermutung gegeben, dass es dort Wölfe geben könnte. Insofern sei die erste Meldung nur eine Frage der Zeit gewesen. Allerdings handle es sich bisher lediglich um eine Sichtung, für die er keine Hand ins Feuer legen könne. Sie sei an das Wolfsbüro in Hannover weitergemeldet worden. Mönter verwies außerdem darauf, dass es sich bei den drei Wölfen höchstwahrscheinlich um durchziehende Tiere gehandelt habe. „Und die können pro Tag bis zu 70 Kilometer zurücklegen.“

Verwechslung möglich

Uwe Aegerter, Betriebsdezernent im Forstamt Ankum, erklärte auf Anfrage, die Sichtung sei im Rahmen einer Jagd im staatlichen Forstgebiet erfolgt. „Wir stufen sie als unbestätigte Wolfssichtung ein.“ Da leider kein Foto existiere und aus dem Gebiet bislang keine weiteren Meldungen vorlägen, sei auch eine Verwechslung mit „wolfsähnlichen Hunden“ nicht auszuschließen. Sollten es aber tatsächlich Wölfe gewesen sein, geht Aegerter ebenfalls davon aus, dass es sich um durchziehende Tiere handelt.


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