Vier Beschuldigte in Haft Frau aus Melle wegen ihres Geldes getötet

In dieser Wohnanlage in der Innenstadt von Melle lebte die ermordete Frau. Ihre Wohnung ist polizeilich versiegelt. Foto: Christoph FrankenIn dieser Wohnanlage in der Innenstadt von Melle lebte die ermordete Frau. Ihre Wohnung ist polizeilich versiegelt. Foto: Christoph Franken 

Melle/Osnabrück. Habgier dürfte das Motiv der Täter gewesen sein, die die 75-jährige Ursula U. aus Melle im Dezember 2018 getötet haben. Das bestätigte am Dienstag die Staatsanwaltschaft Osnabrück. Es gab weitere Festnahmen: Inzwischen sitzen vier Beschuldigte in Haft.

Am 17. Dezember 2018 hatten zwei Spaziergänger die Leiche der Frau in einem Gebüsch nahe der Gedenkstätte Augustaschacht in Hasbergen gefunden. Die Obduktion ergab, dass die Verstorbene Opfer eines Gewaltverbrechens geworden war.

Zunächst war die Identität der Frau unklar. Die Polizei veröffentlichte daraufhin Fotos ihrer auffällig lackierten Fuß- und Fingernägel. Zusätzlich lief eine Vermisstenmeldung der Angehörigen bei der Polizei auf, sodass die Identität einwandfrei geklärt werden konnte. Es handelt sich bei der Toten um Ursula U., die in einer Mietwohnung in der Innenstadt von Melle wohnte.

Dort fiel sie Nachbarn nicht weiter auf und hatte nach Informationen unserer Redaktion auch wenig Kontakt mit den Bewohnern der angrenzenden Eigentums- und Mietwohnungen. Ursula U. war dem Vernehmen nach auch erst vor rund einem Jahr von Köln nach Melle gezogen, weil Kinder von ihr in der Region leben.


Tatortsuche geht weiter

Die Polizei in Osnabrück richtete eine Mordkommission ein. Hatte es zunächst von Seiten der Staatsanwaltschaft geheißen, der Fundort der Leiche sei „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ nicht der Tatort, relativierte Lennart Jacobs als Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag diese Vermutung. Die Frage, ob der Mord in der Meller Wohnung erfolgt ist, konnte er noch nicht beantworten, denn: „Die Ermittlungen zum Tatort dauern noch an.“ Die Wohnung ist nach wie vor von der Polizei versiegelt, nachdem die Spurensicherung dort ihre Arbeit abgeschlossen hat. Auch zur Art und Weise, wie die Frau ermordet wurde, machte Jacobs „aus ermittlungstaktischen Gründen“, keine Angaben.

Fest steht aber offensichtlich das Motiv der Tat: „Anhand der Auswertung der Bankkonten der Verstorbenen konnten Bargeldabhebungen festgestellt werden, die im Zeitraum nach der Tat unter anderem im Großraum Köln erfolgten“, erklärte der Staatsanwalt. Sicherheitskameras der Banken hatten die Abhebungen aufgezeichnet. Die Aufnahmen zeigen zwei Beschuldigte, die im Raum Köln wohnen. Sie waren bereits vor Weihnachten festgenommen und zeitgleich ihre Wohnungen durchsucht worden. Seitdem sitzen sie in Haft.


In vier Gefängnissen

Neben diesen beiden Beschuldigten erhärtete sich im Rahmen der fortlaufenden Ermittlungen auch der dringende Tatverdacht gegen einen 24-jährigen Mann. Er soll nach Angaben des Staatsanwalts ebenfalls an der Tat beteiligt gewesen sein. Außerdem besteht inzwischen auch noch gegen einen 35-jährigen Mann der dringende Tatverdacht, zumindest Bargeldabhebungen mit der EC-Karte der Verstorbenen getätigt zu haben.


Auch diese beiden Männer befinden sich nach Haftbefehlen des Amtsgerichts Osnabrück seit Anfang des Jahres 2019 ebenfalls in Untersuchungshaft. Alle vier sind bewusst getrennt in verschiedenen Gefängnissen im norddeutschen Raum untergebracht.


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