Angeblich Besuch bei der Tafel Vermisster Junge mit Mann in Melle gesehen?

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Symbolbild: Michael GründelSymbolbild: Michael Gründel

Melle. In sozialen Medien erregt eine Suchmeldung nach einem 13-Jährigen Aufsehen. Der wurde am Mittwoch angeblich bei der Lebensmittelausgabe der Tafel in Melle gesehen, posten die „Feuerwehren Metropolregion Rhein-Neckar“. Zwar sucht die Polizei den vermissten Jungen tatsächlich, doch so manches sei „ein bisschen merkwürdig gelaufen“, sagt die Polizei in Osnabrück.

Im Posting heißt es, eine Frau habe der Feuerwehr mitgeteilt, den Jungen, „sehr sicher erkannt zu haben“. Und zwar in Melle, in Begleitung eines jungen Mannes mit einem Auto mit österreichischem Kennzeichen. Der Mann habe behauptet, er komme aus Jugoslawien, aber einen Dialekt gesprochen, den die Zeugin nur aus Österreich und der Schweiz kenne.

Der vermisste Andrii T. kommt tatsächlich aus der Schweiz. Er war im Kanton Bern verschwunden, angeblich um zu seinem leiblichen Vater in der Ukraine zu reisen. Diese Mutmaßung stellt jedenfalls die Feuerwehr in ihrem Posting an. Am 23. Dezember sei er dann in der Wohnung eines 21-Jährigen im Rhein-Pfalz-Kreis aufgegriffen und in einem Kinderheim in Obhut gegeben worden. Hinweise auf eine Straftat hätten sich nicht ergeben. Aus diesem Heim in Bobenheim-Roxheim im selben Kreis sei er dann am 28. Dezember erneut verschwunden.

Tatsache ist, das Polizeipräsidium Rheinpfalz fahndet nach dem 13-Jährigen mit dem Hinweis, dass er zuletzt am 28. Dezember in Bobenheim-Roxheim gesehen worden sei. „Das Kind dürfte in Begleitung eines 21-jährigen Mannes sein“, heißt es auf der Homepage der Polizei außerdem.

Der vermisste 13-jährige Andrii T. wurde am Mittwoch angeblich bei der Lebenmittelausgabe der Tafel Melle gesehen. Foto: Polizeipräsidium Rheinpfalz

Hans Brokamp, Vorsitzender der Tafel Melle, sagte unserer Redaktion auf Anfrage, dass er mit allen Ehrenamtlichen gesprochen habe, die am Mittwoch in der Tafel gearbeitet haben. „So einen Fall haben wir nicht gehabt“. Damit bezieht er sich auf das Feuerwehr-Posting, in dem es heißt, der Junge sei gesehen worden, wie er Lebensmittel ins Auto geladen habe. Vorausgegangen sein sollen Diskussionen, da es anderen Leuten ebenfalls merkwürdig vorgekommen sei, warum sein erwachsener Begleiter einen Pkw mit österreichischem Kennzeichen fuhr. Brokamp dazu: „Weder an der Kasse noch an der Ausgabe ist irgendetwas Auffälliges gewesen.“

Bei der Polizei in Osnabrück habe sich im Übrigen ein Mann gemeldet, keine Frau, stellt Polizeisprecherin Anke Hamker klar. Es gebe sehr viele Fragezeichen und ob an dem Hinweis „überhaupt irgendetwas dran ist, wissen wir nicht.“ Sie sei mit den Kollegen im Ludwigshafen in Kontakt – dort wurde der Junge am 23. Dezember aufgegriffen – und die hätten sehr viele Spuren und Hinweise. Deutliche Fragezeichen stünden etwa hinter dem angeblich österreichischen Auto und dem Reiseziel Ukraine. Aus ihrer Sicht habe die Feuerwehr „ein bisschen viel gepostet“.

Die Personenbeschreibung der Polizei:

Andrii ist zirka 1,65m groß, hat braune mittellange Haare und eine schlanke Statur. Er spricht Schweizerdeutsch. Zum Zeitpunkt des Verschwindens trug er eine kurze dunkle Hosen und ein T-Shirt oder Langarmshirt.


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