1A-Konstellation bei Mondfinsternis Meller Fotograf: Mond und Mars auf einem Bild



Melle. Der Fotograf Thomas Strathmann aus Melle-Mitte hat bei der Mondfinsternis 2018 Mond und Mars zusammen erwischt.

In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli durchquerte der Mond den Kernschatten fast zentral. Die bislang längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts machte zunächst wegen schlechter Sichtverhältnisse auch im Grönegau nur wenig Spaß. Dem Meller Fotografen Thomas Strahmann gelang trotzdem ein Bild, das für ihn ganz besonders ist.

„Ich fotografiere alles gerne“, erzählt Thomas Strathmann. „Denn eigentlich ist alles ein Motiv, man muss es nur sehen“, findet der Meller, der auch beruflich mit der Kamera verbunden ist. „Der Mond an sich ist immer schön zu fotografieren“, hat Strathmann festgestellt. Doch die Sicht am Abend des 27. Juli war nicht so toll – Supersommer hin oder her.

„Der Mond war erst gar nicht zu erkennen“, so Strathmann, „es war ziemlich dunstig und bewölkt.“

Als er vom Segelflugplatz Eicken-Bruche nach Hause zum Meller Berg fuhr, staunte er dann aber nicht schlecht. „Da erschien er dann, der Mond und kam tatsächlich zum Vorschein“, hat der Meller in Erinnerung.

Auf Mond konzentriert

Mit seiner digitalen Lumix Spiegelreflexkamera und einem entsprechenden Objektiv mit einer durchgehenden Lichtstärke von 2,8 macht Thomas Strathmann dann mehrere Aufnahmen vom rot leuchtenden „Blutmond“ über Melle. „Ich habe mich zu dem Zeitpunkt nur darauf konzentriert, den Mond zu fotografieren. In der Nachbearbeitung habe ich später dann festgestellt, dass auf den Fotos aber noch etwas anderes mit drauf ist“, verrät er.

Zunächst ging Strathmann davon aus, die Raumstation ISS am Nachthimmel erwischt zu haben: „Ich hatte gehört, dass sie etwa zu dem Zeitpunkt über Melle gewesen sein soll.“

Doch der leuchtend orange Punkt links unterhalb des „Blutmondes“ ist nicht die ISS. Das bestätigt auch der Experte der Sternwarte Melle, Bernd Schröter. „Der Winkel für die ISS passt einfach nicht“, so Schröter, „und auch die Proportionen stimmen nicht.“

Nach dem Blick auf Sternkarten hat Schröter dann die Lösung: „Das ist definitiv der Mars, der klein unterhalb des Mondes zu sehen ist.“

Dass der terrestrische (erdähnliche) Planet, der sich auf seiner elliptischen Umlaufbahn zwischen Erde und Jupiter bewegt, in dieser besonderen Nacht ebenfalls gesehen werden kann, hatten wohl nur die wenigsten Sternengucker im Grönegau auf dem Schirm. So ist Thomas Strathmann ein Motiv gelungen, dass es Experten zufolge in genau dieser Variante erst wieder in über 100000 Jahren geben wird.


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