In die Klimazonen der Erde Frauengesprächskreis aus Melle-Buer unterwegs im Norden

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Ein Teil der Teilnehmerinnen der interkulturellen Frauenfahrt im historischen Marmorsaal der früheren Kaffee-HAG-Werke in Bremen.  Foto: Ursula Thöle-EhlhardtEin Teil der Teilnehmerinnen der interkulturellen Frauenfahrt im historischen Marmorsaal der früheren Kaffee-HAG-Werke in Bremen. Foto: Ursula Thöle-Ehlhardt

Buer . Einmal um die Welt reisen, die Klimazonen der Erde erleben und erkunden, um dann in die Welt des Kaffees einzutauchen: Eine bunt gemischte Gruppe des interkulturellen Frauengesprächskreises aus Buer machte sich mit Gästen aus Melle und Mitgliedern der Schülerredaktion der Schülerzeitung der Lindenschule Buer auf den Weg gen Norden.

Das Klimahaus in Bremerhaven und die Kaffeerösterei Lloyds in Bremen standen auf dem Programm – wie immer sorgsam vorbereitet von Annegret Tepe vom Jugendwagon Buer.

Klima und Lebensalltag

Das Klimahaus Bremerhaven führte die Damen einmal hautnah um den Globus. Entlang des Längengrades 8 Grad und 34 Minuten Ost geht die Reise von Bremerhaven aus über die Schweizer Berge durch die Wüste der Sahelzone und das Packeis der Antarktis, entlang des Südseestrands von Samoa und wieder zurück an die Nordseeküste. Die klimatischen Bedingungen und Temperaturen sowie die Luftfeuchtigkeit wechseln spürbar, die Installationen versetzen die Besucherinnen direkt in die jeweiligen Gebiete der Erde. „Ich finde die Gestaltung der Klimazonen sehr schön,“ zeigt sich Dominika aus der Redaktion der Schülerzeitung beeindruckt. „Im Regenwald möchte ich nie leben“, ist sie sich sicher.

Tief beeindruckt und mit großen Augen genossen Fatima Benbouja, die aus Marokko stammt, und die aus Syrien geflüchtete Kenana Al Ismael mit ihren Töchtern Inara und Dalia die Reise durch die Klimawelt. Auch wenn die Gruppe nur einen Teil der umfangreichen Themen und Ausstellungsbereiche des Klimahauses anschauen konnte, zeigte sie sich beeindruckt, wie hautnah spürbar die Lebensbedingungen der Menschen in den verschiedenen Klimazonen waren. Thematisiert werden auch die Folgen des Konsumverhaltens für alle Regionen der Welt, wobei überall der Plastikmüll spürbar für Probleme sorgt.

Kaffeestadt Bremen

Der Weg zurück Richtung Melle führte die Frauen am Nachmittag zum Kaffeeseminar in die Kaffeerösterei Lloyd, einer der ältesten Kaffeeröstereien Bremens.

Im Lloyd-Kaffeeseminar erhielten die Besucherinnen einmalige Einblicke in die „gläserne Kaffeerösterei“, beobachteten die Verwandlung der unscheinbaren, grünen Bohnen in kaffeebraun glänzenden, duftenden Kaffee und schmeckten den Unterschied. Sie erfuhren alles Wissenswerte über die Geschichte der kostbaren Bohne, die verschiedenen Kaffeesorten und ihre Herkunft.

Die Themen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung finden sich ebenfalls in dem Unternehmen wieder, konnten die Frauen erfahren. Die Lloyd Rösterei verarbeitet handgepflückte Kaffeebohnen von Familienplantagen, mit denen sie einen direkten Handel betreibt, und die sich auf Umwelt- und Sozialstandards verpflichtet haben – gut für die Menschen in den Ländern, gut für die Qualität des Kaffees und gut für die Umwelt.

Kulturelle Errungenschaft

Mit vielen Eindrücken verließ die Meller Frauenrunde die Bremer Region und diskutierte im Bus noch ausgiebig über die Kaffeezubereitung, die in jeder Kultur ein bisschen anders ist. „Wir kochen immer kräftigen aromatischen Kaffee, der dann mit dem Pulver, der Kaffeeseele, serviert wird“, erzählt Songül Catal, die türkische Wurzeln besitzt. „Und die älteren Frauen haben manchmal Spaß daran, aus dem Kaffeepulver am Boden der Tasse dann die Zukunft vorherzusagen.“

In den arabischen Ländern wird der Kaffee ganz fein gemahlen und mit viel Zucker zusammen aufgekocht. Kenana Al Ismael verrät einen Tipp der syrischen Frauen: „Die Frauen nehmen dann den Kaffeerest gerne und reiben sich die Hände damit ein. Kaffeepulver enthält immer ein bisschen Öl, das macht die Hände schöner, wenn man viel arbeiten muss.“

„Die interkulturelle Frauenfahrt konnten wir mit Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Marita Feller, organisieren,“ erläutert Ursula Thöle-Ehlhardt als Vorsitzende des Netzwerk Jugendhaus Buer „Es ist dann schön, wenn wir gemeinsam solch eine interessante gemeinsame Fahrt für die verschiedenen Frauen in Melle anbieten können.“


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