„Nur wenige von früher hier“ Meller City: Weniger Besucher bei Kneipennacht


Sechs Grad und Regen: Zur traditionellen Meller Kneipennacht am 23. Dezember kamen weniger Besucher als in den Vorjahren. Spaß hatten die meisten aber trotzdem.

Zum ersten Mal dabei war das Team vom Lammerschmidt-Grillwagen. Die feierwütigen Gäste konnten sich am Stand bei Thomas Lammerschmidt, Udo und Dagmar Grambusch und Nina Meyer mit deftigen Leckereien stärken und - dank der warmen Grills - auch ein wenig beim Schmuddelwetter aufwärmen. „Wir frieren nie“, schmunzelte Thomas Lammerschmidt und drehte munter die brutzelnden Würste auf dem Rost.

Dass die Kneipennacht, die vor vielen Jahren als „Ehemaligentreffen“ begann, nicht mehr das ist, was sie einmal war, monierten nicht wenige. Darunter auch der ehemalige Meller Tino Streit. Er war extra aus Hannover gekommen. „Ich bin so seit zwölf Jahren das erste Mal wieder hier“, erzählte er, „aber ich habe nur wenige von früher hier getroffen. Irgendwie ist es ganz anders.“

Bei Currywurst und Pommes diskutierten andere Meller über dieses „Anders“ und darüber, wie das tatsächlich aussieht. Einigkeit herrschte darüber, dass die Kneipenkultur in Melle-Mitte deutlich gelitten habe in den vergangenen Jahren. „Kein „Schmitz“ mehr und das „Stadtgespräch“ fehlt auch. Wo will man denn jetzt am 23. Dezember noch vernünftig einkehren?“, fragten sich die Meller.

„Wir wollen gerne alte Bekannte treffen und viele wiedersehen, die wir schon lange nicht mehr gesehen haben“, verrieten Silke und Thomas Wiesner, die mit ihrer Tochter Rabea unterwegs waren. Thomas Wiesner war mit roter Nikolausmütze unterwegs - und weit und breit anscheinend der einzige mit einer solch passenden Kopfbedeckung. „Früher waren da so viele mit unterwegs, heute bin ich wohl der einzige“, schmunzelte der Meller. Ganz gelassen waren die Wiesners, weil sie für das bevorstehende Weihnachtsfest schon alles parat hatten. „Das Wichtigste sind doch sowieso Ruhe und Zeit zu haben, etwas mit der Familie zu machen“, gab Silke Wiesner zu bedenken.

Im Weihnachtsfieber waren auch einige Jungs aus dem Bueraner Dörfchen Wehringdorf, die gut gelaunt mit Bier auf die Festtage anstießen. Stress? „Nee, hab ich nicht“, lachte Matthias Upmeyer und seine Kumpels nickten zustimmend.

Und auch Ulrike, Anette und Nicole stießen auf die Weihnachtstage an. Nicht mit Bier, dafür mit bunten Cocktails. Auch etwas, was für einige nicht so recht zur einst so beliebten Sause vor den Festtagen passen will. „Hier gehört Bier hin und Glühwein und nicht so ein Firlefanz“, schimpften Holger und Oliver und stießen mit einem frisch gezapften Pils an.

Für gute Stimmung im Großen Zelt auf dem Marktplatz sorgte unermüdlich DJ Diegro alias Dieter Groenewoud. Der war bereit, fast jeden Musikwunsch zu erfüllen. „Nur Böhse Onkelz will ich nicht spielen“, grinste er und drehte an seinen Reglern. Gute Laune wummerte aus den Boxen. Basslastig und gar nicht „böhse“, dafür manchmal sogar richtig weihnachtlich.

Weniger Besucher und weniger Stress - das war auch den Beamten vom Polizeikommissariat Melle nicht entgangen. „Die Nacht ist sehr ruhig verlaufen, es ist nichts wirklich Erwähnenswertes passiert“, berichtete am Mittag des Heiligen Abends Emin Abay vom Polizeikommissariat. Dass in der Innenstadt am 23. Dezember weniger los war, bestätigte der Beamte ebenfalls. „Es hat anscheinend nicht mehr so den Zulauf, wie in den vergangenen Jahren.“


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