Wohnungsbau Grönegau als „Spinne im Netz“ Meller Rat macht Dampf bei der Neuen Mitte Nord

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Leergeräumt: Das Areal des Meller Sanierungsgebietes wartet auf den Baubeginn. Foto: Christoph FrankenLeergeräumt: Das Areal des Meller Sanierungsgebietes wartet auf den Baubeginn. Foto: Christoph Franken

Melle. Neuigkeiten auch beim Sanierungsgebiet Neue Mitte Nord in Melle: Die Wohnungsbau Grönegau GmbH (WBG) als städtische Tochter übernimmt die Projektleitung bei der Wohnbebauung, das Areal wird in zwei Bauabschnitte eingeteilt und das Jugendzentrum soll dort möglichst 2021 bezugsfertig sein.

Diese Kernpunkte segneten die Mitglieder des Stadtrates während ihrer jüngsten Sitzung einstimmig ab.

Zum Hintergrund: Im September 2014 war das städtebaulich heruntergekommene Gebiet südlich der Buerschen Straße in ein Förderprogramm mit Landeszuschüssen aufgenommen worden. So soll dort unter anderem sozialer Wohnraum entstehen. Auch das bisher dort angesiedelte Jugendzentrum erhält einen Neubau am alten Standort. Erst Anfang 2017 lagen die Ergebnisse eines Realisierungswettbewerbs vor. Seitdem tat sich auf dem Gelände nichts.

Federführung an WBG

Das soll nun anders werden. Die städtische Bauverwaltung gibt die Federführung des Projekts an die Wohnungsbau Grönegau ab und kümmert sich künftig im Schwerpunkt um das Controlling und die Überwachung der Förderbedingungen. Eine bisherige Mitarbeiterin der Bauverwaltung wechselt mit einer halben Stelle zur WBG und stellt so den Informationsaustausch sicher.

Dazu kommt die Aufteilung des 21.000 Quadratmeter großen Areals in zwei Baufelder. Im nördlichen Baufeld 1 an der Buerschen Straße entsteht das neue Jugendzentrum nebst bezahlbarem Wohnraum. Im angrenzenden südlichen Baufeld 2 werden frei finanzierte Mietwohnungen, Eigentumswohnungen, Seniorenwohnanlagen und mehrgeschossige Reihenhäuser realisiert.

„Verfahren wird verschlankt“

Während der Ratssitzung skizzierte Bürgermeister Reinhard Scholz die Vorteile der neuen Vorgehensweise: „Das sorgt für eine Verschlankung des Verfahrens. Die Bauleitplanung bleibt beim Stadtbaurat, die Umsetzung und Finanzierung obliegt der WBG als Spinne im Netz.“

Da sich der Stadtrat in der Vergangenheit eindeutig für die Beibehaltung des Jugendzentrums am alten Standort ausgesprochen habe, ein Neubau aber bisher nicht in der Prioritätenliste stand, werde der Vorgang als „Thema von grundsätzlicher Bedeutung“ jetzt dem Rat vorgelegt, erklärte Scholz weiter. Und: „Das Jugendzentrum soll noch in dieser Wahlperiode verwirklicht werden.“

„Als Ortsbürgermeisterin freue ich mich darüber, dass jetzt Tempo gemacht wird“, sagte CDU-Ratsfrau Gerda Hövel. Das Vorhaben schaffe Wohnraum, beherberge das Jugendzentrum und gestalte das Gesicht der Stadt mit.

„Endlich Tempo“

Für die SPD-Fraktion lobte Jutta Dettmann ebenfalls, dass die Vorlage im Rat endlich Tempo in die Angelegenheit bringe. Es werde dort Wohnraum für alle sozialen Schichten und für jedes Alter geschaffen. „Hoffentlich kommt es 2021 zu ersten Einzügen im Baufeld 1“.

Grünen-Fraktionschef Alfred Reehuis hob in diesem Zusammenhang die WBG als „gutes Instrument“ hervor. „Dank dieser stadteigenen Gesellschaft können wir aktiv beim Thema Wohnungsbau agieren.“ Das Sanierungsgebiet mit einer 20-prozentigen Quote für sozialen Wohnungsbau werde aber auch Zuschüsse in Millionenhöhe seitens der Stadt an die WBG bedingen.

Der Vorsitzende des Sozialausschusses, Heiko Grube (CDU), sprach mit Blick auf die Vorlage und die klare Haltung im Stadtrat von „einem guten Signal für Verlässlichkeit“. Das Jugendzentrum bleibe so in der Stadt, freute er sich.


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