Neubau von Dreifachsporthalle Als der Festplatz in Melle noch eine Schlackepiste war

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Auf der als Festplatz bekannten Wiese soll die neue Dreifachsporthalle entstehen. Schon direkt nach dem Krieg wurde an diesem Ort Sport getrieben. Addi Peters erinnert sich noch, wie er mit anderen Sportverrückten dort einen Platz mit Schlacke anlegte. Foto: Kirsten MuckAuf der als Festplatz bekannten Wiese soll die neue Dreifachsporthalle entstehen. Schon direkt nach dem Krieg wurde an diesem Ort Sport getrieben. Addi Peters erinnert sich noch, wie er mit anderen Sportverrückten dort einen Platz mit Schlacke anlegte. Foto: Kirsten Muck

Melle. Wenn auf der als Festplatz bekannten Wiese in Melle die neue Dreifachsporthalle gebaut wird, schließt sich ein Kreis. Denn schon nach dem Krieg und in den 50er und 60er Jahren wurde dort Sport getrieben.

Die Bedingungen waren jedoch alles andere als luxuriös. Damals spielten die Fußballer und Handballer auf Schlacke und Gras. Einer, der sich noch gut an die Zeit erinnern kann, ist Wolfgang "Addi" Peters. Er hat mit einem Hammer die Schlacke klein gekloppt, bevor sie auf der Wiese verteilt und festgewalzt wurde. "TuRa brauchte einen Sportplatz. Der Carl-Starcke-Platz war ja von den Briten belegt. Da kamen Lastwagen voll mit Schlacke aus dem Hochofen in Hütte. Und die Schlacke haben wir dann mit Schubkarren auf der Wiese verteilt", erzählt Peters. Die Kinder hätten Hammer in die Hände gedrückt bekommen, um die große Brocken klein zu schlagen. "Das war für uns etwas Besonderes. Wir durften helfen, den Platz zu bauen", erinnert er sich. 1946 war das. Da war Peters sieben Jahre alt – und "sportverrückt", wie er sagt. Jeden Tag war er auf dem Platz, oft mit 20 bis 30 anderen Kindern.

Fiese Schürfwunden

Für einen Rasenplatz reichte das Saatgut nicht aus. Deshalb gab es nur links und rechts am Rand des Platzes einen schmalen Streifen Rasen. Auf diesem Schlacke-Rasen-Platz wurde gebolzt, geworfen und geschlagen: Fußball, Handball und Hockey. Fiese Schürfwunden und Risse in den Klamotten gehörten dazu. Bei Stürzen auf der Schlackepiste blieb das nicht aus. Bis in die 60er Jahre wurde der Platz für Feldhandball und Fußball benutzt. Das Gras, das sich zwischen den Schlackestücken breit machte, mähten die Herren der älteren Mannschaften. Die Kinder mussten die Zementpfähle, an denen die Eisenstangen als Absperrungen hingen, vom Gras befreien. "Da sind wir mit einer Schere um den Pfahl gekrochen und haben das Gras direkt über dem Boden abgeschnitten", erinnert sich Addi Peters. Abgekreidet wurde damals mit Sägemehl. 

In der Saison 1946/47 spielten diese Herren von TuRa auf dem Schlackeplatz Handball. Das Gruppenfoto entstand auf der als Festplatz bekannten Wiese in Melle, wo demnächst eine große Dreifachsporthalle gebaut wird. Foto: Wolfgang Peters


Als der Carl-Starcke-Platz 1949/50 Jahren von den Briten wieder freigegeben wurde, nutzten die Mannschaften der beiden Meller Vereine TuRa Grönenberg Melle und TUS Melle diesen Platz. Der Schlackeplatz wurde in schon in den 50er Jahren auch zum Festplatz, auf dem wahlweise Schützenfeste und Volksfeste gefeiert wurden. Einmal im Jahr stellte ein Zirkus dort seine große Manege auf. Dann spielten die Fußballer und Handballer noch Wochen danach auf einem Rasen-Sägemehl-Gemisch. 

Nun wird mit dem Bau der Dreifachsporthalle aus dem Festplatz wieder ein Ort des Sports. 

Wenn die Herren der TuRa Handball spielten, kamen zahlreiche Zuschauer zum Anfeuern. Diese Aufnahme entstand während eines Spiels im Jahr 1949. Foto: Hubert Braunsmann




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