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„Noch weit zum Krisenende“ Bilanzgespräch der Sparkasse Melle

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Melle. Einen „entspannten Rückblick auf ein spannendes Jahr“ gaben jetzt die beiden Vorstandsmitglieder der Sparkasse, Frank Finkmann und Josef Theißing. Sie sehen die große Unsicherheit in Europa durch die Maßnahmen der EZB zwar eingedämmt, aber: „Von einem Ende der Krise sind wir unseres Ermessens allerdings meilenweit entfernt“, sagte Vorsitzender Finkmann.

Die Sparkasse ist der Platzhirsch in Melle. Fast alle Meller führen dort ein Konto oder sind in anderer Form Kunde. So verwaltet das Kreditinstitut momentan 31000 Privatkonten und 4000 Geschäftskonten. Im vergangenen Jahr wurden 900 neue Girokonten eingerichtet.

Die Bank beschäftigt 268 Mitarbeiter, davon 27 Azubis, von denen neun gerade ihre Ausbildung beendet haben und übernommen wurden. „Wir geben unseren Auszubildenden relativ früh die Information, dass wir sie bei guter Leistung übernehmen“, so Finkmann.

Das Kreditvolumen stieg im Jahr 2012 erneut. Das Plus beträgt 2,4 Prozent oder 19,7 Millionen Euro. Davon waren 15,5 Mio. langfristige Kredite. Um das zu erreichen, wurden über 141 Mio. Darlehen ausgezahlt, davon 51 Mio. für den Wohnungsbau. Durch Tilgung fließen rund 120 Mio. an die Sparkasse zurück. „Jeden Monat zahlen wir also rund zwölf Mio. aus und erhalten zehn Mio. zurück“, erklärte Finkmann. Daran lasse sich ablesen, was Private und Unternehmen in Melle gemeinsam mit der Sparkasse bewegten.

„Die Sparkasse ist als sicherer Hafen für Privatanleger gefragt, jedoch macht das geringe Zinsniveau wenig Freude“, so die Vorstandsmitglieder. Dennoch gebe es eine Renaissance der Spareinlage: Die Sparkasse verzeichnete ein Plus von 8,4 Prozent. „Das ist das Thema Sicherheit, die Kunden setzen auf eine klassische konservative Geldanlage“, hob Theißing hervor.

In der Vermögensverwaltung ab einer Größenordnung von 200000 Euro werden inzwischen 162 Mandate mit rund 54 Mio. verwaltet. Davon haben die Anleger 48 Mio. eingezahlt. „Die sechs Mio. sind Kursgewinne, Zinsen oder Dividenden“, so Finkmann. Ihr Kreditinstitut sei außerdem nach wie vor eine starke „Wertpapiersparkasse“, machten die Banker deutlich. So sei gegen den Trend ein Umsatzplus von fünf Prozent erzielt worden. „Unsere Kunden haben für 128 Mio. Aktienanleihen und Investmentanteile gehandelt“, erklärte Finkmann.

Theißing lenkte das Jahrespressegespräch auf die Landwirtschaft. Die dort anhaltende Dynamik spiegele sich auch in den Zahlen der Sparkasse wider. So wurden die Ausleihungen um 25 Prozent auf acht Mio. gesteigert. Außerdem gibt es jetzt zwei Fachberaterinnen für den Agrarbereich. „Wir finanzieren Trecker, Pflüge und komplette Anlagen.“

Der Trend zur Immobilie ist nach Angaben der beiden Gesprächspartner ungebrochen. Erstmals vermittelte die Sparkasse Wohnungen und Häuser für über rund acht Mio. „Das waren noch nie so viele“, hob Theißing die Flucht der Anleger in Sachwerte hervor.

Die gute Arbeit der Sparkasse wurde honoriert: 2012 wurde sie von der Zeitschrift „Focus-Money“ als „Beste Bank in Melle“ ausgezeichnet. Außerdem hat die Sparkasse eine Studie in Auftrag gegeben. Meinungsforscher haben bisher 2000 Kunden befragt. „Die sind außerordentlich zufrieden mit uns“, sagte Finkmann. Die Befragung läuft weiter.

An der Regulierungsflut für Banken ließ Finkmann kein gutes Haar: Wenn ich mir anschaue, dass Geschäftsbanken durch Zinsabsprachen ihre Kunden betrügen, eine große deutsche Bank wegen Steuerhinterziehung von 500 Polizisten durchsucht wird und gleichzeitig bei uns festgestellt wird, dass bei einem uns seit 50 Jahren bekannten Kunden der Personalausweis abgelaufen ist, dann macht mich das sehr gelassen“, so der Sparkassen-Chef.


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