Streit um zwei Handys Unglaubwürdiger Zeuge: Meller freigesprochen

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Mit einem Freispruch endete am Freitag ein Prozess wegen räuberischer Erpressung. Symbolfoto: dpaMit einem Freispruch endete am Freitag ein Prozess wegen räuberischer Erpressung. Symbolfoto: dpa

Melle/Osnabrück. Ein 44-jähriger Meller musste sich am Freitag vor dem Amtsgericht Osnabrück verantworten. Der Tatvorwurf: Räuberische Erpressung.

Der Angeklagte hatte stets seine Unschuld beteuert. Im Juli vergangenen Jahres soll vielmehr eine 20-jährige Bekannte des Mannes, die sich kurz vor der Verhandlung krank meldete, einen jungen Mann aus Melle bedroht, erpresst und geschlagen haben. Im Mittelpunkt stand der sehr dubiose Tausch zweier Handys.

Das sagte auch das Opfer aus, ein 21-Jähriger aus Melle. Er gab an, sein iPhone 7 gegen ein altes Huawei-Handy der Mittäterin eingetauscht zu haben. „Die hat mir ihres gegeben. Ich war da auch nicht ganz nüchtern, aber was solls?“, sagte der Mann am Freitag vor Gericht über das ungleiche Tauschgeschäft aus. Dann verstrickte er sich in Widersprüche. So gab er bei der Aussage auf dem Polizeirevier kurz nach der Tat an, sowohl die Frau als auch der Angeklagte hätten ihn bedroht und mehrfach geschlagen.

Angst vor junger Frau

Vor Gericht erklärte er dann, dass der 44-Jährige an sich gar nichts gemacht hätte und dass er selbst aus Angst vor der 20-Jährigen bei der Polizei gelogen habe. Als die Richterin ihn auf die Lüge und die möglichen Folgen ansprach, polterte der Zeuge los: „Na und, ich habe eine Falschaussage gemacht. Ich habe das schon mal gemacht und dafür 50 Sozialstunden bekommen. So langsam reicht mir das hier!“

Dann bestätigte er kleinlaut, dass der Angeklagte keine finanziellen Forderungen an ihn gestellt habe. „Er hat von mir kein Geld gefordert, nein. Das war nur sie.“

Sowohl das Gericht als auch die Staatsanwaltschaft kamen nun zum Schluss, dass sich der Tatvorwurf nicht bestätigt. Vielmehr soll die Mittäterin die Strippen gezogen haben. Über die damalige Freundschaft zu der jungen Frau sagte der Angeklagte im Rahmen der Verhandlung: „Sie ist sehr sprunghaft und aggressiv. Und sie hat mir mal die Hand gebrochen.“

Er tanzte nach ihrer Pfeife

Dass er trotzdem das machte, was sie wollte und förmlich nach ihrer Pfeife tanzte, erklärte sein Verteidiger damit, dass der Meller sich zum damaligen Zeitpunkt vielleicht eine Beziehung mit der Frau erhofft hatte. Davon wollte der Angeklagte aber nun nichts mehr wissen. Er sei froh, keinen Kontakt mehr mit der Frau zu haben: „Wissen Sie, die ist wirklich nicht ganz dicht und außerdem unberechenbar“, gab der Meller an.

Vor Gericht wurde er in allen Punkten freigesprochen. Wie die Richterin in ihrem Schlusswort betonte, habe sich nämlich die Zeugenaussage des vermeintlichen Opfers als wenig glaubhaft herausgestellt.


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