Mysteriösen Einleitungen auf der Spur Woher stammt die Kalkmilch im Bach in Wellingholzhausen?

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Eine Baustelle kommt wahrscheinlich nicht für die Bach-Verunreinigungen in Frage, denn dann müsste sie seit zwölf Jahren betrieben werden. Symbolfoto: dpaEine Baustelle kommt wahrscheinlich nicht für die Bach-Verunreinigungen in Frage, denn dann müsste sie seit zwölf Jahren betrieben werden. Symbolfoto: dpa

Melle. Seit zwölf Jahren beobachten Marianne Ronning und ihre Nachbarn, dass sich bei Regenwetter und meist in den frühen Morgenstunden an Wochenenden der Osterbach im Meller Stadtteil Wellingholzhausen weiß färbt.

Die Bemühungen der Anlieger der Straßen Eiswiese und Osterbeke, mit Hilfe der Stadt für Abhilfe zu sorgen, blieben bisher ohne Ergebnis. Jetzt aber kommt Bewegung in die Sache.

Strahlend weiß

Nachdem sich in dieser Woche der Bach erneut auf einer Länge von mehreren hundert Metern strahlend weiß präsentierte, hatte sich Marianne Ronning an unsere Redaktion gewendet. „So schlimm war es noch nie“. Sie konnte auch den Punkt benennen, an dem die Flüssigkeit in den Bach gelangt: An der Verrohrung, die vor der Brücke an der Abzweigung zum Edeka-Markt in den Bach mündet.

Proben analysiert

Unsere Nachfrage bei der Stadtverwaltung ergab, dass das städtische Tiefbauamt in der Vergangenheit bereits Proben der weißen Flüssigkeit in einem Fachlabor hatte analysieren lassen. „Die hatten wir zur Verfügung gestellt“, sagte die Anliegerin. Dabei stellte sich heraus, dass die Gewässerverunreinigung durch Kalkmilch hervorgerufen wird. „Angeblich völlig harmlos“, so Marianne Ronning. Es habe dann anschließend auch Versuche gegeben, den Einleiter ausfindig zu machen. „Das blieb aber ebenso erfolglos wie der Einsatz eines Streifenwagens, den wir gerufen hatten.“

Jetzt aber wurden Mitarbeiter des Tiefbauamtes erneut aktiv. Sie führten in dieser Woche weitere Untersuchungen und Tests vor Ort durch. „Nachdem die Falscheinleitung auf den Bereich der Wellingholzhausener Straße eingegrenzt worden war, suchten Mitarbeiter des Tiefbauamtes mit den Anwohnern das persönliche Gespräch mit dem Ziel, konkrete Hinweise auf den Verursacher zu gewinnen“, sagte Stadtsprecher Jürgen Krämer dazu gestern. Da die Einleitung der Kalkmilch über den Regenwasserkanal aber stets nur kurzzeitig erfolge, gestaltete sich die Suche nach dem Verursacher schwierig.

Stadt will dran bleiben

Die Stadt bleibt aber am Ball: Diejenigen Anwohner, die nicht angetroffen wurden, erhielten einen Brief mit der Bitte um Unterstützung. In diesem Schreiben heißt es unter anderem: Bei der weiteren Untersuchung sind wir auf Ihre Mithilfe angewiesen. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung, wenn bei Ihnen Kalk zum Einsatz kommt. Zur Information: Der Kalk ist nicht umweltschädlich, sollte aber über den Schmutzwasserkanal entsorgt werden.“

Das städtische Tiefbauamt nimmt in dieser Angelegenheit Hinweise aus der Bevölkerung 05422/965-205 entgegen.


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