Warnung vor dubiosen Teppichwäschern Mellerin sollte für Teppichreinigung 16.300 Euro zahlen

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Um die Reinigung teurer Teppiche geht es bei den Betrügereien in Melle. Foto: dpaUm die Reinigung teurer Teppiche geht es bei den Betrügereien in Melle. Foto: dpa

pm Melle Bei der Polizei in Melle laufen Ermittlungen wegen Leistungsbetruges und des Verdachts des Wuchers. Im Mittelpunkt steht dabei eine Teppichreinigung.

Über Flyer hatte die Teppichreiningung in einer Postwurfsendung Werbung gemacht. Eine ältere Dame aus Melle hatte auf den Flyer reagiert und den Betreibern mehrere zu reinigende Teppiche gezeigt.

Die Männer unterbreiteten daraufhin der Dame ein Angebot zur Teppichwäsche und äußerten, dass die Teppiche auch repariert werden müssten, was auch Fransen, Kettelung und Ledereinfassung beinhalte.

Kunden erpresst

Der Vertrag wurde auf einem DIN-A-5-Zettel ohne Angaben zur Mehrwertsteuer geschlossen. Zudem verlangten die Teppichreiniger eine Anzahlung in Höhe von 500 Euro. Die Gesamtsumme der Reinigung von 16300 Euro sollte nach Erhalt der gereinigten Teppiche – etwa 14 Tage später – in bar übergeben werden.

Zwischenzeitlich wurde jedoch die Polizei eingeschaltet, die Ermittlungen wegen Leistungsbetrug und Wucher aufnahm, denn die Reinigung dürfte nach herkömmlichen Preislisten lediglich um die 900 Euro kosten.

Die Beamten raten bei derartigen „Geschäften“ zur Vorsicht. Vor allem von älteren Menschen verlangen die Teppichwäscher häufig Vorkasse. Quittungen und Belege. Über die Art, den Zeitablauf und den Umfang der beauftragten Leistung, geben sie dagegen keine Auskünfte. Viele Kunden, die eine Zahlung per Vorkasse verweigern, werden später erpresst: Wenn sie nicht die überhöhte Rechnung zahlen, bekommen sie den Teppich nicht zurück.

Tipps der Polizei

Hier einige Tipps der Polizei: Fertigen Sie ein Foto des Teppichs und messen Sie dessen Größe. Informieren Sie sich bei verschiedenen Firmen über die Höhe der Summe für eine Teppichreinigung. Leisten Sie keine Vorauszahlungen und vereinbaren Sie einen schriftlichen Vertrag.

Wenn möglich, machen Sie zur Sicherheit ein Foto von ihrem teuren Teppich. Fahren Sie vorab beim Geschäft des Teppichwäschers vorbei und lassen Sie sich zeigen, wie gewaschen wird. Seien Sie bei Haustürgeschäften besonders vorsichtig. Wer bereits einen Vertrag bei sich zuhause abgeschlossen hat, kann diesen 14 Tage lang widerrufen.

Vor Auftragsvergabe, Unterschrift oder gar Bezahlung sollte man sich mindestens einen Tag Zeit geben lassen und diesen Tag nutzen, um sich zum Beispiel Rat von Angehörigen einzuholen. Seriöse Anbieter haben damit kein Problem.

Geben Sie nie den Teppich heraus, ohne die Durchschrift einer umfassenden Auftragsbestätigung erhalten zu haben. Sollten Sie trotz aller Vorsicht Opfer dieser unlauteren Machenschaften geworden sein, erstatten Sie Anzeige bei ihrer jeweiligen Polizeidienststelle.

Lassen Sie sich die Erreichbarkeiten des Anrufers geben oder schreiben Sie dessen Telefonnummer auf, wenn sie ihnen angezeigt wird. Sollten Fremde sich nicht davon abhalten lassen, bei Ihnen zu Hause vorbeikommen zu wollen, sorgen Sie dafür, dass Sie in dem Moment nicht alleine sind. Im Verdachtsfall wenden Sie sich über den Notruf „110“ an die Polizei und erstatten Sie Anzeige.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN