Für Freundin ein Team abgegeben Pascal Müller trainiert Bruchmühlens B-Junioren

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Im Dauereinsatz beim TuS: Pascal Müllerbereitet das Training der Bruchmühlener B-Junioren vor. Foto: Heike DierksIm Dauereinsatz beim TuS: Pascal Müllerbereitet das Training der Bruchmühlener B-Junioren vor. Foto: Heike Dierks

Bruchmühlen Seit fünf Jahren trainiert Pascal Müller den Fußballnachwuchs beim TuS Bruchmühlen. Der 26-Jährige mag keine halben Sachen, deshalb hat er in den vergangenen zwei Jahren die Trainer-C- und die -B-Lizenz erworben.

Jetzt strebt der junge Mann aus Ostkilver die Elite-Jugend-Lizenz des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an.

Als Kind wollte Pascal Müller vom Fußball nichts wissen. Erst in der B-Jugend fing er selbst an zu kicken. Bis heute spielt er in der dritten Herrenmannschaft beim TuS Bruchmühlen in der westfälischen Kreisliga B. Vor ein paar Jahren war er zusätzlich in einer Hobbytruppe aktiv. Ein mitspielender TuS-Verantwortlicher fragte an, ob Müller sich vorstellen könne, ein Jugendteam zu trainieren. Er konnte. Der Vertriebsmitarbeiter der Firma Häcker stieg bei der D-Jugend ein.

Danach trainierte er drei Jahre lang die C-Junioren des Vereins und übernahm im Vorjahr parallel die B-Junioren. Aber das war auf Dauer zu viel. Fünf Tage pro Woche war er am Sportplatz. Die Freundin beschwerte sich. Inzwischen kümmert sich der Fan von Rekordmeister FC Bayern ausschließlich um die B-Jugend. Doch auch mit nur einer Mannschaft ist die weitere Freizeit knapp bemessen. Dienstags und donnerstags steht Müller von 17.30 bis 19 Uhr als Coach auf dem Platz, an beiden Tagen beginnt direkt um 19 Uhr sein eigenes Training bei den Dritten Herren. Sonntags betreut er zunächst den Nachwuchs bei den Spielen der B-Junioren-Kreisliga, ehe er selbst aktiv wird.

Um sein Pensum zu schaffen, beginnt der Arbeitstag für Müller manchmal schon um 5.30 Uhr, damit er nachmittags früher gehen kann. „Abends bin ich dann ganz schön kaputt. Da bleibt nicht viel übrig vom Tag“, gesteht der 26-Jährige. Doch zu sehen, wie sich das Team durch sein Training verbessert, bereitet ihm große Freude. „Das taktische Verhalten meiner Jungs auf dem Platz ist bemerkenswert.“ Drei unterschiedliche Formationen können sie inzwischen spielen – und damit mehr als so manches Team bei den Erwachsenen.

Der Coach erkennt selbst einen großen Unterschied bei seinen Inhalten und seiner Vermittlung. „Als Traineranfänger lässt man gerne den Torschuss üben, indem 20 Kinder in der Reihe stehen und warten, dass sie irgendwann mal an den Ball kommen. Heute lasse ich etwas üben, bei dem alle gleichzeitig in Bewegung sind.“

Vor zwei Jahren absolvierte er die C-Lizenz, in diesem Jahr sattelte der 26-Jährige die B-Lizenz obendrauf. Das Fachwissen ihres Übungsleiters scheint sich direkt auf das Können der B-Jugendlichen auszuwirken. In der vorherigen Spielzeit wurden sie Meister und stiegen in die Kreisliga A auf. In der Vorbereitung diesen Sommer schlugen die Müller-Jungs auch Bezirksligisten. Der Saisonstart verlief dann allerdings holprig. Doch nach Anpassungsschwierigkeiten hat sich Bruchmühlen inzwischen gefangen und vor einer Woche Tabellenführer SV Rödinghausen II geschlagen.

Im Kreispokal war vor einem Monat erst im Halbfinale Schluss gegen den Nachbarn und Westfalenligisten Rödinghausen I. Der Underdog schlug sich beim 1:3 vor rund 200 Zuschauern beachtlich. Im Verlauf der Begegnung hatte Müllers Team immer wieder an der Sensation geschnuppert. „Trotz der Niederlage waren wir die Sieger der Herzen“, sagt der junge Coach lachend.

Ziel: Elite-Jugend-Lizenz

Sein Ziel ist es, im weiteren Saisonverlauf mit den Bruchmühlener Jungs Anschluss an die Tabellenspitze in der starken Kreisliga herzustellen. Und er möchte 2019 die Prüfung der B-Lizenz wiederholen, um einen besseren Notenschnitt zu erreichen, ehe er die Elite-Jugend-Lizenz ins Visier nimmt. Auf jener Trainerstufe könnte er Junioren-Bundesligisten trainieren. Danach würde die A-Lizenz als letzte Stufe vor dem Fußballlehrer folgen.

Müllers Förderer in Bruchmühlen ist Dietrich Rutenkröger, langjähriger Trainer der Ersten Herren des TuS, der sich im Raum Westfalen zudem in der Trainerausbildung engagiert. „Pascals Engagement ist toll. Ich schätze es sehr, wenn junge Leute sich so einbringen. Pascal hat im Jugendbereich 100-prozentig eingeschlagen. Wenn er seinen Weg weitergeht, hat er auch im gehobenen Jugend- oder im Seniorenbereich eine Chance“, meint Rutenkröger.


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