Präsidium steuert um DRK-Geschäftsführung in Melle läuft kommissarisch

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Melle. Unruhe herrscht in Teilen der Mitarbeiterschaft der DRK-Kreisverbände Osnabrück-Nord und Melle. Die Personalverantwortung für die rund 150 Mitarbeiter in Melle liegt nach Angaben von Melles DRK-Präsident Frank Finkmann zurzeit beim Präsidium.

Die Geschäftsführerin, die für beide Kreisverbände zuständig ist, hat sich krankgemeldet. Fakt ist, dass momentan Mitarbeiter des DRK-Landesverbandes von Hannover und Melle Teile der Geschäftsführertätigkeit übernommen haben. So unter anderem für Buchführung und Kalkulation.

Zum Geschäftsbereich in beiden Kreisverbänden gehören auch vier Altenheime. In drei von ihnen, in Ankum, Fürstenau und Dissen, sind unter Regie der Geschäftsführerin offenbar verstärkt Leiharbeitskräfte eingesetzt worden. „In Melle nur in geringem Ausmaß“, sagte Finkmann.

Herzblut fehlt

Der Präsident des DRK-Kreisverbandes Osnabrück-Nord, Bernd Heinemann, räumte im Gespräch mit unserer Redaktion mit Blick auf eingesetzte Fremddienstleister Differenzen zwischen Präsidium und Geschäftsführerin ein. Frank Finkmann wollte sich dazu nicht äußern.

„Fremddienstleister sind teuer und arbeiten nicht mit so viel Herzblut, wie das unsere eigenen Leute zum Teil schon seit Jahrzehnten tun“, konstatierte Finkmann. Deswegen würde die Entwicklung nun zurückgedreht, und es werde umgesteuert. „Weg von Leih-Pflegkräften hin zu besser bezahlten eigenen Pflegkräften“, erklärte Melles DRK-Präsident. Insofern würden die Sorgen der Pflegekräfte ernst genommen und die neue Bereitschaft der Kostenträger aufgegriffen, diese Pflegekräfte besser zu bezahlen.

„Melle ist kerngesund“

Mit Blick auf die hohen Kosten für Fremddienstleister meinte Finkmann, natürlich könne auf Dauer nicht mehr Geld ausgegeben werden, als eingenommen werde. „Das hält man nicht lange aus.“ Da sei jede Geschäftsführung gefragt, im Interesse der Beschäftigten gegenzusteuern.

„Eine finanzielle Schieflage gab es deswegen für Melle aber nicht, und Melle ist ein kerngesunder Kreisverband“, betonte Finkmann. Auf eine entsprechende Frage zur Finanzsituation im anderen Kreisverband antwortete er. „Für den Nordkreis kann ich nicht sprechen.“

Für ihn sei wichtig: Gute Pflege müsse anerkannt, gut bezahlt und wertgeschätzt werden. „Ich ziehe vor jedem, der da arbeitet, den Hut.“


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