Beim Digitalgipfel in Hannover Ministerin lobt Projekte aus Melle

Meine Nachrichten

Um das Thema Melle Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Stellten beim niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit in Hannover Projekte aus Melle und anderen Bereichen des Osnabrücker Landes vor: Minaz Khalaf, Nicole Pottharst, Martin Schnellhammer, Gisbert Voigt, Nils Holtmann, Daniel Kalthoff sowie Gerhard Bojara (von links). Foto: Daniel MeierStellten beim niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit in Hannover Projekte aus Melle und anderen Bereichen des Osnabrücker Landes vor: Minaz Khalaf, Nicole Pottharst, Martin Schnellhammer, Gisbert Voigt, Nils Holtmann, Daniel Kalthoff sowie Gerhard Bojara (von links). Foto: Daniel Meier

Melle/Hannover. Ein Pilotprojekt zur telemedizinischen Betreuung von Altenheimbewohnern über die Hausarztpraxen soll 2019 in Melle an den Start gehen. Das kündigte Gisbert Voigt, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Melle und Vorstandsmitglied der Ärztekammer Niedersachsen, beim niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit an, für den er die wissenschaftliche Leitung übernommen hatte.

Dass das Osnabrücker Land mit verschiedenen Projekten in Melle (Hausarzt mit Telemedizin) oder im Wittlager Land (Telerucksack) eine Vorreiterrolle in der Telemedizin einnehme, bestätigte auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann, die sich mit Wissenschaftsminister Björn Thümler am Stand von GewiNet Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft Osnabrück, Gesundheitscampus Osnabrück und Gesundheitsregion Osnabrück über die Projekte informierte.

Auf großes Interesse gestoßen

Die Osnabrücker Projekte wurden damit erstmals öffentlich in der Landeshauptstand vorgestellt und fanden großes Interesse, da sie beispielgebend für andere Regionen sein können.

Das Projekt Telerucksack - Emedcare Emsland-Osnabrück - sei gerade erst in Ostercappeln gestartet worden, berichtete Martin Schnellhammer, der mit Living Lab daran beteiligt ist. Der Auftakt fand im Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln der Niels-Stensen-Kliniken statt. Das Projekt versteht sich als digitale Brücke zwischen Hausarzt und Pflege. Denn bei der Versorgung der älteren Patienten ist das Zusammenspiel von Hausarzt und Pflege von hoher Bedeutung. So soll bis Dezember 2019 unter Beteiligung von Hausärzten, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten eine digitale Plattform entwickelt und etabliert werden, die dies leistet. Kooperationspartner sind neben dem Altenpflegeheim Haus St. Michael Ostercappeln der Niels-Stensen-Kliniken auch die Meppener Hausarztpraxen Jan Sievert/ Florian Wiegelmann und Stefan Eilermann sowie der DRK-Wohnpark Meppen-Esterfeld. Im Landkreis Osnabrück sind dies der Ambulante Pflegedienst der Sozialstation Belm sowie die Hausarztpraxen Dr. Martin Tümmers (Belm) und Dr. Heidi Drüge (Bad Essen)

Versorgung in der Fläche sichern

.Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann lobte das Projekt: „Unser Ziel ist es, eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in einem Flächenland wie unserem zu sichern. Dazu gehören neue digitale Möglichkeiten und innovative Ideen. Telemedizinische Angebote sind eine sinnvolle und wichtige Ergänzung, denn sie entlasten und unterstützen Ärztinnen und Ärzte, ohne sie zu ersetzen.

Der sogenannte Telerucksack und das Gifhorner Telemedizinprojekt zielen zum Beispiel auf die Delegation von Aufgaben von Ärztinnen und Ärzten auf geschultes Fachpersonal ab. Neue Versorgungsmodelle für ländliche Räume made in Niedersachsen.“

Berufsbild des Arztes ändert sich

„Die Möglichkeiten der Digitalisierung werden in den nächsten Jahren dazu führen, dass sich das Berufsbild des Arztes verändern wird. Das betrifft zum einen das Arbeiten in der zunehmend digitalisierten Welt, aber auch die Kommunikation und den Umgang mit den Patienten“, sagte Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Zwischenmenschliche Interaktion wird eine noch größere Rolle spielen. App-basierte telemedizinische Modelle können die Patienten intensiver in die Behandlung ihrer Erkrankungen einbinden und den Behandlungsverlauf optimieren. Den Kontakt zwischen Arzt und Patient und die damit einhergehende Vertrauensbeziehung können sie jedoch in keiner Weise ersetzen.“

„Auch in Niedersachsen ist nun ab dem 1. Dezember die ausschließliche Fernbehandlung unter bestimmten Rahmenbedingungen möglich“, berichtete Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen auf dem niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit: „Sie sollte nur eine Ergänzung, aber niemals ein Ersatz für die persönliche ärztliche Behandlung vor Ort sein“, fügte die Kammerpräsidentin hinzu.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN