Spendenaktion 2018 Wenn Alzheimer-Angehörige in Melle Hilfe brauchen

Von Conny Rutsch

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Das Schicksal hat einen Namen bekommen: Die Seniorin leidet am Alzheimer. Symbolbild: dpaDas Schicksal hat einen Namen bekommen: Die Seniorin leidet am Alzheimer. Symbolbild: dpa

Melle. „Sie schaffen das nicht alleine.“ Sein Hausarzt hatte ihm eine starke Erschöpfung diagnostiziert. Dass er viel müde war, merkte er selbst. Aber er musste jetzt stark sein, körperlich und an Nerven und Seele auch. Und er wollte stark sein.

Seine Frau hatte sich vor zwei Jahren auf den Weg gemacht. Auf den Weg in eine andere Welt. Er hatte es gemerkt, und sie ebenfalls. Immer wieder hatte sie etwas vergessen, war darüber völlig aus dem Häuschen geraten. Sie musste viel weinen, er auch. Immer wieder hatte er mit ihr über einen Arztbesuch gesprochen, immer wieder hatten sie ihn aufgeschoben. Dann waren sie doch gegangen. Alzheimer also.

Depressive Phasen

Das Schicksal hatte einen Namen bekommen. Es war sogar ein wenig erleichternd gewesen. Für ihn. Jetzt konnte er pragmatisch damit umgehen. Er war immer ein Praktiker gewesen. Was kaputt war, wurde repariert. Das lernte man so im Handwerk. Seine Frau aber verfiel immer öfter in depressive Phasen. Sie einfach nur aufzuheitern, half bald nicht mehr viel. Er sorgte dafür, dass sie sich beschäftigen konnte. Ihrem Strickhobby nachzugehen, war schon lange nicht mehr möglich. Einfach vergessen. Manchmal fasste er nicht, wie das gehen konnte. Sie hatte immer gestrickt an den langen Winterabenden. Fast fünfzig Jahre lang. Und immer hatten ihre selbst gestrickten Socken fein verpackt unter dem Weihnachtsbaum gelegen. Es kam das dritte Jahr, an dem er sich zu Weihnachten um alles kümmern würde. Das mit dem Essen war nicht so schwierig: Kartoffelsalat mit Würstchen. Das bekam er hin. Natürlich konnte er in der Nachbarschaft um Hilfe bitten, aber das war ihm noch immer peinlich. Zwar konnte er über die Krankheit seiner Frau sprechen, aber ihm war es unangenehm, andere mit seinen Problemen zu belasten. Er schaffte das schon.

Vögel und Blumen

Er ging viel mit seiner Frau spazieren. Er machte sie auf das Singen der Vögel im Sommer aufmerksam, auf die Blumen am Wegesrand, auf das bunte Herbstlaub und auf die ersten Schneeflocken. Mehr und mehr entglitt seine Frau ihm. Meistens saß sie inzwischen einfach nur da und starrte aus dem Fenster oder auf seine Hände, wenn er ihr das Essen machte.

In guten und schlechten Zeiten

Aber er schaffte das. Ein Heim? Nein, das kam überhaupt nicht in Frage. Er hatte es ja versprochen: „In guten und in schlechten Zeiten“. Und das hielt er jetzt auch ein. Er brauchte einfach nur mal ein paar Nächte Schlaf. Vor einiger Zeit hatte er sich auf der Couch in der Stube sein Nachtlager gemacht, weil seine Frau so unruhig schlief, dass er selbst keinen Schlaf finden konnte. Und neulich war er dann panisch aufgeschreckt, weil er sie im Bad hörte. Alle Wasserhähne hatte sie aufgedreht. Seitdem machte er kaum noch ein Auge zu. Was da helfen könnte? Das hatte ihm eine nette Frau vom Pflegedienst erzählt, die seiner Frau jetzt ein paarmal in der Woche bei der Körperpflege half. Eine Klingelmatte, die ihm signalisierte, wenn seine Frau aus dem Bett aufstand. Doch die konnte er von seiner schmalen Rente nicht kaufen, die Krankenkasse zahlte ihm so etwas auch nicht.

Ihm würde etwas einfallen müssen, damit er seine Frau so lange wie möglich bei sich behalten konnte.

Das Spendenkonto der Weihnachtsspendenaktion wird über die Diakoniestiftung geführt: IBAN: DE 68 2655 2286 0161 1279 23, BIC: NOLADE21MEL. Stichwort „Weihnachtshilfe 2018“. Für Spenden über 200 Euro werden Bescheinigungen ausgestellt. Dann bitte in der Betreffzeile der Überweisung die Anschrift angeben.


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