Doppelaufführung in St. Matthäus Messias: Für Melle original und zeitgemäß übersetzt

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Melle. Das Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel erklingt bald in der Meller St. Matthäus-Kirche: im Original und in einer zeitgemäßen Annäherung. Junge Leute aus drei Schulen üben es zur Zeit mit mehreren Fachleuten auf unterschiedliche Weise ein.

Händels „Messias“ ist eines der bekanntesten Oratorien überhaupt. Kaum jemand kennt nicht zumindest sein eindrucksvolles „Halleluja“. Am Sonntag dem 16. Dezember um 15 Uhr steht es im Mittelpunkt eines außergewöhnlichen Konzertereignisses: Schüler aus drei Meller Schulen bringen gleichsam als musikalische Collage ihre ganz eigene Sichtweise auf das Werk in die Aufführung des „Messias“ ein.

Kulturgut vermitteln

Als künstlerischer Leiter der Kirchenmusik St. Matthäus initiierte Stephan Lutermann das Projekt. Er hat in schon verschiedene Oratorien zur Aufführung gebracht. Auch die Kinderschola wirkte bereits bei großen Werken mit. „Aber die junge Generation erreicht man mit dieser Musik fast gar nicht“, musste er immer wieder feststellen. Durch Partizipation will er nun dieses Kulturgut der Kirchenmusik auch Kindern und Jugendlichen nahebringen.

Dabei wirken die Schüler im „Messias für Kinder“ nicht einfach mit. Sie beschäftigen sich vielmehr intensiv mit dem Werk und seinem Inhalt – und formulieren für einzelne Passagen dann ihre eigene „Übersetzung“. Dabei übernehmen sie die Rolle der Solisten. Den Rahmen schaffen werkgetreu das Vokalconsort Osnabrück und die Neue Hofkapelle Osnabrück.

Musikpädagogen aktiv

Das Ergebnis ist ein spannendes Crossover, zu dem die Klassen 3a und 3b der Grundschule am Engelgarten, Schüler der Klassenstufe 7 der IGS sowie Neuntklässler des Gymnasiums beitragen.

In der Grundschule im Engelgarten laufen seit Donnerstag unter der Leitung von Miriam Brauers die Proben. „Man kann mit seinem Körper sprechen, ohne dass man etwas sagt“, erklärte sie den Drittklässlern, die eine eindringliche Choreografie zu Adel Tawils „Ist da jemand“ in das Oratorium einbringen. Mit der Bass-Arie „Das Volk, das da wandelt im Dunkel“ beschäftigt sich derzeit eine Schülergruppe der IGS. Zu viel will Musikpädagogin Melanie Ortmann noch nicht verraten, aber: „Die Schüler werden selbst musizieren und den Text klanglich abbilden.“

Einer echten Herausforderung sahen sich unterdessen die Neuntklässler des Gymnasiums gegenüber. Denn Händel zeichnet in seinem Oratorium auch das Bild des strafenden Gottes. „Wir mussten erst einmal das theologische Gedankengut klären“, berichtet Musikpädagoge Christoph Lanver. Aus dem Abschnitt des Librettos erarbeiteten die Schüler dann am Computer eine Audioeinspielung, die interaktiv in das Oratorium eingebracht wird.

Die spannende Aufführung beginnt um 15 Uhr in der St. Matthäus-Kirche.

Hofkapelle und Solisten

Um 17 Uhr erklingt dann an gleicher Stelle der erste Teil des „Messias“ im Original. Unter der Leitung von Stephan Lutermann wirken mit dem Vokalconsort Osnabrück und der Neuen Hofkapelle Osnabrück als Solisten Meike Leschuko (Sopran), Kaspar Kröner (Altus), Max Ciolek (Tenor) und Markus Krause (Bass) mit. Bereichert wird das Konzert von zwei Kantaten Johann Sebastian Bachs.

Karten sind zum Preis von 16 Euro (ermäßigt 12 Euro) im Pfarrbüro St. Matthäus erhältlich. Bei der Aufführung des „Messias für Kinder“ ist der Eintritt für Kinder frei. Erwachsene zahlen 5 Euro.


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