Junge Oper Detmold zeigt Mitmach-Oper Grundschulkinder in Wellingholzhausen im Bann der Hexe

Von Sigrid Sprengelmeyer

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Wellingholzhausen. Für die Kinder der Grundschule in Wellingholzhausen war dieser Montag ein besonderer Schultag. Die Junge Oper Detmold baute in der alten Turnhalle das Bühnenbild für die Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck, nach einem Märchen der Gebrüder Grimm, auf.

Um acht Uhr sollte es losgehen und aufgeregte Schüler und Schülerinnen strömten in die Halle und nahmen auf Bänken und Hockern Platz. Caspar Lloyd James, einer der Akteure der „Jungen Oper“, begrüßte die Kinder und zog sie schon durch seine einleitenden Worte in den Bann.

Keine Langeweile

„Hänsel und Gretel“ als Mitmachoper versprach keine Langeweile, sondern Aktion. „Zwei Schüler haben eine Textrolle eingeübt und sechs weitere übernehmen die Statistenrollen der Waldengelchen“, erzählte Lehrerin Caroline Fockenberg. James stellte die Akteure vor und bemerkte, dass noch eine Rolle zu besetzen war. Ratsuchend befragte er, die Publikumskinder ob sie jemanden wüssten, der die Rolle der Mutter übernehmen könnte. Schnell fiel die lautstarke Wahl auf Christina Grever, Lehrerin an der Grundschule.

Dann ging es los. Hänsel (Joachim Szepanski,Tenor) und Gretel (Eva Christina Pietarinen, Sopran) betraten die Bühne, zwei arme hungrige Kinder, die von ihren Eltern in den Wald geschickt werden um Beeren zu suchen und einer bösen Hexe begegnen. Ihre Darstellungsweise ließen die Kinder sich in vielen Dialogen und kleinen Streitigkeiten wiedererkennen. Das Team der „Jungen Oper“ spielte und sang sich schnell in die Kinderherzen. Auch Christina Grever begeisterte durch ihr schauspielerisches Talent und ihres spontanen authentischen Einsatzes als überzeugende Mutter.

Glitzernde Umhänge

Die „Junge Oper Detmold“ spielte nah an den Kindern und animierte sie Lieder wie „Brüderchen komm tanz mit mir“ oder „Ein Männlein steht im Walde“ mitzusingen und durch Bewegungen zu unterstreichen. Paula und Till, Schüler der Grundschule, machten ihre Sache als Taumännchen und Sandmann sehr gut. Sie trugen ihren Text mit Ausdruck vor und auch schauspielerisch sind sie in ihre Rollen geschlüpft.

Die sechs Wald-Engelchen mit ihren grünen glitzernden Umhängen beschützten Hänsel und Gretel während ihrer Reise durch den dunklen Wald und halfen zu guter Letzt, Hänsel und Gretel zu befreien und die Hexe zu besiegen.

Caspar Lloyd James spielte den Vater und ließ in seiner Rolle als Hexe keinen Zweifel, wirklich böse zu sein. Große Kinderaugen blickten ängstlich gespannt auf die Machenschaften der Hexe und bangten mit Hänsel und Gretel.

Ängstliche Kinderblicke

James zauberte aber im Handumdrehen die ängstlichen Kinderblicke, am Ende seines drohenden Hexengebaren, durch ein Lächeln aus den Kindergesichtern im Publikum. Die Idee die Oper in die Schule zu holen und eine kindgerechte Aufführung darzubieten wurde von der Grundschule in Wellingholzhausen sehr begrüßt. „In den letzten drei Wochen haben wir unsere Kinder auf diesen Tag vorbereitet.

Mit den Kindern der dritten und vierten Klasse haben wir intensiver das Thema Oper und Märchen im Original bearbeitet. Die Erst-und Zweitklässler haben sich mit dem Hören der Musik und der Handlung des Märchens Hänsel und Gretel beschäftigt“, so Caroline Fockenberg. Die „Junge Oper Detmold“ bringt die Welt der Oper in die Schulen, kindgerecht und spannend. Und vielleicht wird das nächste Projekt der Grundschule „Die Zauberflöte“ von Mozart, dargeboten durch die Grundschule Wellingholzhausen und der Jungen Oper. Motiviert sind jedenfalls alle, Lehrer und Schüler.


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